an den Fraktionsvorsitzenden Alexander…

“Spies voran, drauf und dran,

setz aufs Schöneberger Rathaus den Freifunk Router…”

Lieber Alexander,

tritt zurück!

2011 sang ich auf Dich obenstehende Strophen. Du warst eine Führungspersönlichkeit, mit der wir die Bückentechnologie überwinden wollten, der -zig Menschen mit seinem Wissen vom BGE und als Sozialpirat zu begeistern wusste und mit dem ich zusammen mit so tiefsinnigen Piraten wie Peter Hollitzer und Andreas Nürnberger den Europasquad ins Leben rief.

2014

  • meinst Du, Du wolltest Dir Deine Arbeit von mir nicht kaputt machen lassen,
  • weigerst Dich, Einwohneranträge aus der Nachbarschaft auszulegen, oder
  • einen anarchistischen Lesezirkel zu hosten, und
  • erteilst mir Hausverbot.

Ich frage mich, welche Arbeit? Was tust Du denn für den Freifunk, was für die Ungerechtigkeiten im JobCenter, was für die Menschen, die bei Dir Rat suchen? – Alles, was ich erleben konnte, ist, dass Du ein paar Eingesammelten die ach so wichtige Arbeit des AGHs zu erklären versuchst und den zentralistischen Parlamentarismus verteidigst, den es zu überwinden gilt.

2013 hast Du die sogenannte Parlamentsreform verkackt. Du hast den Nebenerwerbsparlamentariern, ne weitere intransparente Hälfte erstritten. Hören wolltest Du auf niemanden. Dabei redeten Frank Röder, @aloha und ich schon bezüglich des BezVVerG auf Dich ein, bis Du beteuertest, es das nächste Mal besser zu machen. Statt dessen mietest Du überstürzt die Crelle 33 an, das Epiphem für gentrifizierende Bauwerke im Bezirk.

Du verjubelst Steuergelder und bevormundest die Bürger, lässt Dich selbstverliebt zum Fraktionsvorsitzenden wiederwählen.

Dabei wird Deine Wampe immer fetter.

Tritt zurück

(und gib die Crelle Str auf)!

Michael Ickes

Update Mai 2018:

Ohne besonderen Bezug, komme ich auf diesen Blogbeitrag zurück. Spies ist eben ein exponierter Teil des Problems der Piraten, das ihren Untergang begleitet hat.

Spies wollte nicht hören. Seine persönlichen Ambitionen waren stärker als die Ideale. – Nein, ungenau: Spies konnte die Ideale nicht hören. Weil sie bei den Piraten nicht existierten. Jedenfalls nicht in einer definierten Weise. Die technophilen Piraten waren die Verfechter des Empirismus: Mal schauen, was passiert. In einer solchen Orientierungslosigkeit ist es zwangsläufig, dass Persönlichkeiten sowie Mainstream Einflüsse die Oberhand gewinnen.

Spies vermeintliche persönliche Stärke lag in der Toastmaster Rhetorik, mit deren aggressiven Langeweile er jede Debatte zu verschleppen wußte. – Sicherlich eine notwendige Fähigkeit in der Mainstream Politik; aber eben nicht geeignet für einen innovativen und partizipativen Aufbau einer alternativen Politik.

So war Spies eben auch sehr empfänglich gegenüber Autoritäten. Anstelle eigene Ansichten zu entwickeln – oder auch nur Alternativen an sich heran zu lassen – verteidigte er konsequent den Status Quo. Das beste Beispiel: als ich vorschlug, mit einem eigenen Projekt und Kampagne für den Durchstoß des Werdauer Wegs, die Entscheidungsfindungsprozesse der Europäischen Union auf den Kopf zu stellen, sprich den Bürgern zurück in die Hände zu geben.

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