Sehr geehrter Herr Zinn,
ich danke Ihnen für die Aufforderung, hier nun meine Konzeption für den Friedenauer Beitrag zur Flüchtlingsunterbringung zu entwerfen. Wie Sie erkennen können, geht es dabei darum, im Rathaus Friedenau ab 1.September mit dem Betrieb einer Notunterkunft für 50 Flüchtlinge zu beginnen. Vorab ist es möglich, innerhalb von 2 Werktagen für eine Belegung von 20 Flüchtlingen Rechnung zu tragen.
Die Notunterkunft wird im 1.UG eingerichtet werden, wo Räumlichkeiten von mindestens 431qm zur Verfügung stehen. Vorübergehend werden Sanitäranlagen als Duchkabinen und “Dixie”-Klos bereit gestellt werden.
Den Anforderungen an den Brandschutz wird zunächst mit einer 24 Stunden Brandwache Genüge getan, bevor ein nachhaltiges Brandschutzkonzept erarbeitet wird.
In der Zeit bis 31.Dezember werden die notwendigen Maßnahmen getroffen zum ordentlichen Betrieb einer Gemeinschaftsunterkunft bzw. Aufnahmeeinrichtung. Das Konzept sieht vor, dass durch konsequente Einbindung der Öffentlichkeit die Unterbringungsdauer für Flüchtlinge im Rathaus Friedenau selbst auf sechs Wochen begrenzt wird und die Flüchtlinge im Anschluss daran dezentral in Unterkünften von Kooperationspartnern Unterbringung finden. Das Rathaus Friedenau mit seiner ehemaligen Kantine sowie Gemeinschaftsräumen bleibt dabei die zentrale Anlaufstelle einer dezentralen Unterbringung von insgesamt 250 Flüchtlinge für jeweils 3 Monate.
Mit Rücksicht auf die Nachnutzer des Rathaus Friedenaus ist der Betrieb auf zwei Jahre begrenzt, wonach das Unternehmen an den Bezirk fallen soll. Durch dieses Konstrukt soll Transparenz und Öffentlichkeit Gewähr leistet werden und dem Vorwurf der Profitgier entgegen getreten werden ohne den nötigen Unternehmergeist zu beschneiden.
Ich freue mich darauf, mit Ihnen in Austausch zur weiteren Ausarbeitung des Konzeptes zu treten.
Mit freundlichen Grüßen,
Michael Ickes
0163 1735137
1. Kurzfristiger Beitrag (bis
31.12.2015):
Es wird hiermit vorgeschlagen, vom 01.September bis 31.Dezember 2015 pro Tag und Nacht 50 Flüchtlinge im Rathaus Friedenau als Flüchtlingsnotunterkunft zu beherbergen. Dabei sollen 50 Flüchtlinge jeweils sechs Wochen lang im Rathaus Friedenau verweilen und danach in private Unterkünfte vermittelt werden. D.h. bis jeweils zum 15.Oktober und 1.Dezember werden 50 externe Unterkunftsplätze gefunden werden, so dass zum 31.Dezember 2015 insgesamt 125 Flüchtlinge betreut werden.
Die Beherbergung findet zunächst statt im 1.UG des Rathaus Friedenaus, welches mindestens 431,5qm bietet. Die Fläche erlaubt für eine Sammelunterkunft von 50 Personen: 27qm / 4-Bett-Zimmer < 50 Personen + Gemeinschaftsküche (existierende Kantine)
Toiletten (“ein Toilettenplatz für je zehn weibliche Bewohnerinnen, ein Toilettenplatz und ein Urinalbecken für je 15 männliche Bewohner sowie Zubehör (z. B. Toilettenbürste, verschließbare Hygieneeimer, Wandhaken, Seifenspender zur hygienischen Händereinigung) [sind] in dem Gebäude vorzuhalten.”)
Duschgelegenheiten stehen zunächst als Duschkabinen (sogenannte “Dixie”-Duschen) im Innenhof bereit. Die Standards werden eingehalten.
Brandschutztechnische Anforderungen werden in dieser Zeit erfüllt durch 24 Stunden Brandwachen, die ergänzt und Gewähr leistet werden durch:
Ehrenamtliche, freundlicher Weise unterstützt
(a) durch das Bezirksamt unter der Leitung der bezirklichen SE FM;
(b) den THW
(c) das 4. Wachballion der Bundeswehr.
2. Mittlelfristige Zielsetzung
(2016/17):
Ab Januar 2016 werden durchgehend 50 -100 Personen im Rathaus Friedenau sowie bis zu insgesamt 250 Personen privat untergebracht werden.
Alle Standards und Anforderungen baulicher Natur und an Räumlichkeiten werden ab Januar 2016 erfüllt.
Sanitäre Anlagen im Gebäude.
Personal stellt sich wie folgt dar:
Heimleiter,
4,5 x Sozial- und Jugendarbeiter
1,5 x Verwaltungsmitarbeiter
3. Langfristige Zielsetzung (ab 2018):
das Unternehmen geht als Eigenbetrieb an den Bezirk über.
Organisation:
Ich fungiere zunächst als Betreiber und Heimleiter mit allgemeiner Verantwortung vor dem LaGeSo, insbesondere im Hinblick auf die Einhaltung der Standards, Abrechnung, Operative, Verträge, Koordination von Ehrenamtlichen und externen Angeboten für die Flüchtlinge, sowie Kooperation mit der Verwaltung.
Als Politikwissenschaftler mit langjähriger entwicklungspolitischer und interkultureller Erfahrung, unter anderem bei UNHCR in Sri Lanka sowie als Bezirksverordneter in Tempelhof-Schöneberg bringe ich die nötigen Voraussetzungen mit.
Ich kommuniziere auf Deutsch, Englisch, Französisch und ggfl. Bosnisch. Arabisch und ggfl. Pashtun und / oder Farsi wird von Personal abgedeckt sein.
Ich trete zunächst unter der Trägerschaft des im Rathaus Friedenau ansässigen (Freunde und Förderer des) Theater Morgenstern (e.V.) auf. Das Unternehmen soll zum Januar 2016 in eine gemeinnützige GmbH überführt werden und 2018 an den Bezirk als Eigenbetrieb fallen.
Kosten:
Investitionskosten von €125.000 bis Januar 2016, notwendige Baumaßnahmen für den mittelfristigen
Betrieb in Kooperation mit den Nachnutzern (bzw. BIM);
externe Unterbringungskosten @ €15 /
Tag und Flüchtling;
Betriebskosten von €7,92 pro Tag und
Flüchtling;
Personalkosten seperat.


