ich habe diesen interessanten Artikel beim Tagesspiegel gefunden:
ich erklär auch mal was kurz:
Das Militär ist eine (national)staatdefinierende Institution. Es wahrt und schützt seine bestimmenden Funktionen und Operationen, wie insbesondere das Territorium.
Wenn nun wer gleich schreit, dass das ein Anachronismus sei, dass es weder primär eine militärische Aufgabe mehr sei, diese Rolle zu übernehmen, noch dass der Nationalstaat eine schützenswerte Organisation sei, so hat er tendenziell Recht. Diplomatie, Demokratisierung und Handel haben seit dem Westfälischen Frieden dem Militär längt den Rang abgelaufen. Wirksame Militärbündnisse wie der Warschauer Pakt und die NATO haben und wahren nicht mehr die Territorien von Nationalstaaten sondern eben einen gemeinsamen Verteidigungsraum.
Und doch gibt es starke Argumente, an den Funktionen und Operationen des Militärs festzuhalten. Deshalb tun sich Staaten so schwer, beispielsweise die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU zu entwickeln. Traditionen, Symbolismus und Identifikation bleiben auch in der durchrationalisierten Welt bedeutsam.
Dazu kommt, dass sich auch die „neuen“ Instrumente der Außen- und Sicherheitspolitik – Diplomatie, Demokratisierung und Handel – scheinbar ganz wunderbar militärisch durchsetzen lassen: Um die Einhaltung des Chemiewaffenverbots anzumahnen, wird vorsorglich gebombt; Regimechange wird mit militärischen Mitteln erzwungen… Militärische Mittel haben eben auch den Nutzen, dass sie Konsum und Produktion in Größenordnungen wie kein anderer Sektor am Laufen halten. George Orwell hat das als Hintergrund für sein 1984 trefflich dargestellt.
So drängen die Bündnispartner darauf, dass Deutschland seine Militärausgaben massiv ausbaut. – Die selben Partner, die um die Jahrtausendwende den Motor der europäischen Wirtschaft anzuwerfen suchten, was uns die bekannten Sozialreformen einbrachte. Oder die nun sagen, dass der Binnenkonsum anzukurbeln sei.
Die Alternative liegt in der kontrollierten Zivilisierung des Militärs und der Entmilitarisierung der Sicherheitspolitik. Der ebenso produktionsintensive Eisenbahnbau war schon in Zeiten des Imperialismus in diesem Sinne eine zivile Alternative zur Aufrüstung, von dem Russland und Indien noch heute zehren. Diesbezügliche Investitionen in den Nahen und Mittleren Osten, um an die neue Seidenstraße anzuschließen und zu partizipieren, liegen auf der Hand.
Des weiteren darf die militärische Konfrontation mit Russland nicht weiter zunehmen. Was an dieser Grenze an militärischen Kapazitäten von der NATO aufgefahren wird, möge in die Vertiefung und Umsetzung des multidimensionalen Sicherheitskonzepts der OSZE gesteckt werden. Schließlich war es der KSZE Prozess, der seinerzeit das Ende des Kalten Krieges beförderte.
Und drittens kann ja die Bundeswehr durchaus als Ausrüster für Zivilisten auftreten. Als fairer Beschaffer von Funktionsbekleidung oder robuster Computertechnologie für öffentliche Einrichtungen oder gemeinnützige Organisationen ließen sich deutlich wirkungsvoller Gelder verbraten, Bündnispartner befriedigen und der demokratische Frieden exportieren.




Naja
says:So eigentich hat es schon eine korrekte Funktion, dass die Bundeswehr kaputt gespart wurde, nur um dann jetzt auf einen Schritt alles nachzuholen. So mussten sich die Menschen wenigstens nicht an die Aufrüstung gewöhnen und könnten sich ja jetzt darüber beschweren. Wenn sie das hingegen nicht tun, wurden sie immerhin nicht schleppend in eine Akzeptanz gedrängt…
you must be kidding
says:Konflikttransformation als Teil der Nachhaltigkeitsagenda:
1. die Nachaltigkeitsagenda bildet zusammen mit der Analyse, der Strategie, dem Staatswesen, und der Gerechtigkeit die Gesamtheit der globalen Entwicklung.
2. in Walter Deutsch’s Klassifizierung von Demokratie als Representation, Delegation, (Partizipation), Agenda-Setting und Rechtstaatlichkeit ist sie offensichtlich am hinteren Ende angesiedelt.
…ist eine Frage der Modellierung…
3. Konflikttransformation ist der Phase der Friedenspflege nach Diana Francis anzusiedeln (Im Phasenkreislauf von Sensibilisierung, Eskalation, Verhandlungen, Settlement (Umsetzung, Implementierung, Befriedung,..) und Friedenspflege)
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Bakaloreus
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