3 comments on “Engagement Global”58

  • Die Frage, wie eine globale Entwicklungszusammenarbeit (EZ) gestaltet werden kann, insbesondere unter Einbeziehung von Migration und kommunaler Ebene, ist ein zentrales Thema, das in den Quellen umfassend behandelt und mit konkreten Ansätzen unterfüttert wird.
    Die Quellen schlagen ein spezifisches Design für die globale Entwicklungszusammenarbeit vor, das über traditionelle Modelle hinausgeht und stark auf kommunaler Vernetzung und partizipativen Curricula basiert:

    1. Das Modell der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit (EZ)
    Die EZ wird nicht als rein nationale oder bilaterale Aufgabe betrachtet, sondern als eine, die maßgeblich auf lokaler Ebene gestaltet werden muss.
    • Flüchtlingspolitik als EZ: Flüchtlingspolitik wird explizit als Teil der Entwicklungszusammenarbeit angesehen. Ein Fachtag behandelte die Rolle von Flüchtlingen in der kommunalen EZ.
    • Kritik und Ursachen: Es wird festgestellt, dass die Migrationswelle die gescheiterte Entwicklungshilfe in den Push-Ländern widerspiegelt.
    • Bedarfsgerechte Gestaltung: Flüchtlinge stellen Forderungen an die EZ, darunter Visa-Liberalisierung und die Ermöglichung einer „zirkulären Migration“ für freiwillige Rückkehrer (wie beim Münchner Modell).
    • Kommunen als Akteure: Kommunen werden als neue Akteure sowohl in der Flüchtlings- als auch in der EZ-Arbeit identifiziert, die eine klare Willkommenskultur zeigen.
    • Projekte zur Migrationsbegleitung: Die EZ-Projekte sollen Migrationsrouten begleiten, beispielsweise durch die Einrichtung eines Hostels für westafrikanische Frauen in Marokko oder die Replikation von watch-the-med Projekten (MareNostrum-Replik).
    • Lokale Initiativen: Konkrete Ideen umfassen den Aufbau von interkulturellen Gärten oder die Organisation eines zollerleichterten Zitronenhandels durch „zirkuläre Migranten“.

    2. Internation-Building als globales Design
    Um globale Entwicklungszusammenarbeit nachhaltig zu gestalten, wird das Konzept des Internation-Building als Lösung für die Herausforderungen des Nation-Building (wie im Kurdenkonflikt, Papua-Neuguinea, Indonesien oder Nigeria) vorgestellt.
    • Definition: Internation-Building wird als „nachhaltiges demokratische Institution-Building global vernetzter Kommunen“ definiert.
    • Ziel der Vernetzung: Die „Kommunale Vernetzung auf globaler Ebene“ ist das Programm, das Politik auf projektbasierter Ebene über festgefahrere Strukturen hinweg gestalten soll. Dies soll die piratische Vorstellung einer ganzheitlichen Politik verwirklichen, indem Instrumente wie Städtepartnerschaften reaktiviert werden. Ein Beispiel hierfür ist die angestrebte enge Partnerschaft mit der Regierung in Reykjavik, um vom Icelandic Modern Media Initiative (IMMI) zu profitieren und den freien Informationsverkehr als 5. Freiheit der EU zu verankern.
    3. Pädagogisches Curriculum zur Inklusion und Bewusstseinsbildung
    Ein wesentliches Element der EZ ist die Bewusstseinsentwicklung und Bildung auf kommunaler Ebene.
    • Rolle der Flüchtlinge und Migranten: Es besteht die Erkenntnis, dass Flüchtlinge und Migrantinnen durch ihre Erfahrungen, Fähigkeiten und Kenntnisse einen wertvollen Beitrag zur Bewusstseinsbildung innerhalb der kommunalen Gemeinschaft leisten können. Sie sollen stärker in die zivilgesellschaftliche Teilhabe und Selbstwirksamkeit eingebunden werden.
    • SKEW-Angebote: Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) bietet Unterstützung bei der Vernetzung und Planung von Angeboten in den Bereichen Begegnung, Bewusstseinsentwicklung und Bildung zum Thema „Flucht in der Einen Welt“. Diese Foren sollen Akteure der kommunalen Entwicklungspolitik und Bildung mit Flüchtlingen zusammenbringen.
    • Partizipative Methodik: Ein Ansatz zur Curriculumsentwicklung in der Konflikttransformation ist die P.A.R.ts-pro-toto Methodik, die die Verbindung zwischen der lokalen Ebene (z.B. Tempelhof-Schöneberg) und der globalen Ebene (local-global-glocal) betont.
    Somit ist die Frage nach der Gestaltung einer globalen Entwicklungszusammenarbeit nicht nur relevant, sondern wird in den Quellen detailliert durch Konzepte wie Internation-Building und kommunale EZ beantwortet, die auf Partizipation von Flüchtlingen und transnationaler Vernetzung aufbauen.

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