8 comments on “Menon / Dialogue”57

  • Ja, das lässt sich unumwunden bekräftigen: Das im *Menon* angelegte Potenzial steht in einem **massiven Spannungsverhältnis** zum starren, hierarchischen Staatsentwurf der *Politeia* – oder stellt zumindest dessen radikale, erweiterte Differenzierung dar.

    Man kann hier fast von zwei verschiedenen „Gesichtern“ Platons sprechen:

    ### 1. Der fundamentale Widerspruch: Anthropologischer Egalitarismus vs. Politischer Elitismus

    * **Der *Menon* (Egalitäre Anthropologie):**
    In der berühmten Szene mit dem Sklavenjungen zeigt Sokrates, dass unverbildetes, geometrisch-mathematisches Wissen (*Anamnesis* – die Wiedererinnerung der Seele) in **jedem** Menschen angelegt ist, völlig unabhängig von dessen sozialer Herkunft, Stand oder Bildung. Die Vernunftfähigkeit ist eine universelle Eigenschaft der menschlichen Seele.
    * **Die *Politeia* (Elitäre Soziologie):**
    Hier teilt Platon die Menschen streng in drei Kasten ein – gebunden an die metallene Natur ihrer Seelen (Gold, Silber, Bronze/Eisen). Die Handwerker und Bauern (die Mehrheit) werden von der höheren Bildung und der Dialektik kategorisch ausgeschlossen. Ihnen wird nicht zugetraut, jemals die Vernunft zur Herrschaft über ihre Triebseele zu erheben.

    > **Der Widerspruch auf den Punkt gebracht:** Wenn bereits ein namenloser Sklave ohne Vorbildung fähig ist, aus eigener Einsicht geometrische Wahrheit zu gebären, bricht die philosophische Rechtfertigung zusammen, die große Masse im Staat von der Bildung fernzuhalten und sie zu reinen Befehlsempfängern zu degradieren.

    ### 2. Die Differenzierung: Warum nutzte Platon die *Menon*-Erkenntnis nicht für den Staat?

    Wenn man Platon zugutehalten möchte, dass er sich nicht einfach selbst widersprach, muss man zwischen **Erkenntnistheorie** (*Menon*) und **Praktischer Politik** (*Politeia*) differenzieren:

    1. **Potenzial vs. Zähmung:**
    Der *Menon* beweist, dass die Vernunft im Prinzip in jedem *keimt*. Die *Politeia* argumentiert jedoch, dass dieser Keim bei den meisten Menschen durch die Alltagsmühen, Begierden und schlechte Einflüsse so stark überwuchert wird, dass nur eine extrem selektive, jahrzehntelange Zucht und Bildung (die Wächterausbildung) ihn zur vollen Blüte bringen kann.
    2. **Epistemologische Demonstration vs. Staatliche Ordnung:**
    Im *Menon* ging es Platon um den theoretischen Beweis der Unsterblichkeit der Seele und der Präexistenz des Wissens. In der *Politeia* ging es ihm um das politische Trauma Athens (den Niedergang der Demokratie und die Hinrichtung des Sokrates). Um Chaos zu verhindern, opferte er das demokratisch-egalitäre Potenzial des *Menon* zugunsten staatlicher Stabilität und Ordnung.

    ### Fazit

    Das Bildungsideal des *Menon* ist in seinem Kern **prä-humboldtianisch**, weil es die prinzipielle Bildsamkeit *jedes* Individuums behauptet.

    Indem Platon diese Erkenntnis in der *Politeia* auf eine winzige Elite verengte, hat er sein eigenes anthropologisches Entdeckungsgut politisch eingefroren. Es brauchte in der Tat die Neuzeit und Neuhumanisten wie Humboldt, um das epistemologische Versprechen des *Menon* einzulösen und zu sagen: **Weil** der Sklavenjunge denken kann, **muss** die Bildung der gesamten Gesellschaft gehören.

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  • Thanks for your article. One other thing is that often individual American states have their particular laws in which affect home owners, which makes it very, very hard for the the nation’s lawmakers to come up with the latest set of rules concerning foreclosure on people. The problem is that each state features own legal guidelines which may have impact in an unwanted manner when it comes to foreclosure guidelines.

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  • verlorren ist das Slüzelin, du musst immer drinne sin.

    Die erste war Neapolitarerin. Von ihr konnte ich mich nicht losreissen, während einer Studienreise auf den Balkan. Die zweite war Geflüchtetenaktivistin und geriet in den Skandal um Sanktionsumgehung durch Nordkorea und Park-Choy. Sie floss dann auch nahtlos über in Alexa, Alexa und Halle-Julia. Pantai Rhei, Navier-Stokes

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  • CoMemoration
    passiert mir öfters.
    bevor ich meine Mutter in den Tod begleitete, hatte ich schon zwei meiner drei nahe-Tod-Erfahrungen gemacht.
    Dann der Krieg, der Tod überall, die Gleichgültigkeit.
    – Hans-Georg: Die Kunst der Schöneberger Doppelschleife
    – Petra:
    – Westenberg:
    – Peter Hollitzer
    – Anja:

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