Friedensmarsch

Peacewalk

Ab jetzt geht es hier um den Peacewalk, der im kommenden Jahr von der spanisch-portugisischen Grenze nach Jerusalem ziehen möchte. Er ist ein Brainchild von Rikko, der ihn als kollektive Pilgerreise zum gemeinsamen Lernen des Friedens beschreibt.

Liebe Leute,

leider muss ich für die nächsten Tage alle meine Verpflichtungen absagen, denn ich gehe auf einen Friedensmarsch:

Aktuelle Ereignisse ernötigen mich zu diesem Schritt. Ich kann nicht meinem geplanten Wochenablauf nachkommen, wenn die Eskalation der Gewalt mit der Kriegserklärung der beiden Nationalstaaten, Iran und Israel, eine derartige Größe erreicht hat.

Walkpeace.org sind Freunde, die ich von meinen Aktivitäten in Bosnien mit transiting Migrant_innen her kenne. Deren Walk of Shame vom 18.-24.10. bleibt davon unangetastet, sowie meine Teilnahme am Bundesnetzwerktreffen von Engagement Global vom 8.-10.10. in Mainz und die Friedensdemo morgen 12:30 am Brandenburger Tor mit Michael Müller als Erstunterzeichner und Ralf Stegner als Redner.

https://nie-wieder-krieg.org/nein-zu-krieg-und-hochruestung/

Herzliche Grüße,

Michael Ickes

55 comments on “Friedensmarsch”56

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  • ### Lesson 1: Violence vs. Peace = Conflict Transformation

    * **Kernkonzept:** Die Überwindung der simplen Binarität von „Krieg = schlecht, Frieden = gut“. Konflikt ist nicht per se negativ, sondern ein natürlicher Motor gesellschaftlichen Wandels.
    * **Inhalt:**
    * Unterscheidung zwischen *Konflikt* (Gegensatz von Interessen/Werten) und *Gewalt* (Mittel zur Durchsetzung).
    * **Ziel von Transformation:** Nicht das Verdrängen von Konflikten (das erzeugt oft nur Unterdrückung), sondern die Umwandlung von destruktiven Austragungsformen in gewaltfreie, konstruktive Prozesse.
    * *Negative versus Positive Peace:* Frieden ist mehr als das bloße Schweigen der Waffen; er erfordert die Bearbeitung der Ursachen.

    ### Lesson 2: The Three Aspects of Violence (Galtung on Franjo Starčević)

    * **Kernkonzept:** Das Gewalt-Dreieck nach Johan Galtung, angewandt auf historische/lokale Beispiele der Friedensarbeit (wie Franjo Starčević in Mrkopalj/Gorski Kotar).
    * **Inhalt:**
    * **Direkte Gewalt:** Physische/verbale Angriffe (sichtbar an der Spitze der Pyramide).
    * **Strukturelle Gewalt:** Ungerechte Systeme, Diskriminierung, ungleicher Zugang zu Ressourcen (unsichtbar im Fundament).
    * **Kulturelle Gewalt:** Religion, Ideologie, Sprache oder Rhetorik, die direkte oder strukturelle Gewalt legitimieren („wir gegen die“).

    * **Praxisbezug Franjo Starčević:** Wie lokale Akteure mitten im Krieg durch menschliche Nähe und das Verweigern von Feindbildern die kulturelle und direkte Gewalt im Kleinen durchbrochen haben.

    ### Lesson 3: Conflict Analysis (The Camelback / Conflict Curve)

    * **Kernkonzept:** Die Höcker-Kurve des Konfliktverlaufs („Camelback Model“ oder Konfliktdynamik) als Analysewerkzeug für Gruppen und politische Krisen.
    * **Inhalt:**
    * **Phasen des Konflikts:**
    1. *Latenter Konflikt* (Symptome unter der Oberfläche, Spannungen).
    2. *Eskalation / Ausbruch* (Direkte Konfrontation, Verhärtung der Fronten).
    3. *Krise / Peak* (Gefahr der Gewalt, Kontrollverlust).
    4. *De-Eskalation* (Erschöpfung, Öffnung für Verhandlungen).
    5. *Post-Konflikt / Reintegration* (Aufarbeitung und Versöhnung).

    * **Anwendung:** Die Kurve hilft Teilnehmenden zu verstehen, *wo* sie sich in einem Prozess befinden und welche Intervention in welcher Phase überhaupt sinnvoll ist (z. B. bringt Mediation auf dem Höpfe-Höhepunkt wenig, wenn vorher keine Schutzräume geschaffen wurden).

    ### Lesson 4: Peace Maintenance, Mourning & The Cycle of Reconciliation

    * **Kernkonzept:** Was passiert *nach* dem Konflikt? Die Notwendigkeit von Trauerarbeit, Erinnerungskultur und der zyklischen Pflege von Frieden.
    * **Inhalt:**
    * **Trauer als Voraussetzung für Frieden:** Ohne das gemeinsame oder zugestandene Trauern um Verluste (auf allen Seiten) verwandelt sich unbewältigter Schmerz in Racheimpulse für die nächste Generation.
    * **The Cycle of Reconciliation (Der Versöhnungszyklus):**
    * Anerkennung des erlittenen Unrechts.
    * Reue / Verantwortung übernehmen.
    * Vergebung (als Befreiung des Opfers, nicht als Freifahrtschein für den Täter).
    * Wiederaufbau von Vertrauen.

    * **Peace Maintenance:** Frieden ist kein statischer Endzustand, sondern eine Daueraufgabe („Instandhaltung“), die ständige Pflege von Institutionen, Dialogräumen und sozialer Gerechtigkeit erfordert.

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