Masterarbeit Experteninterview zur Begegnungszone

Hallo Frau Brand,

gerne antworte ich auf Ihre Anfrage und erlaube mir, die “Bezirkspiraten” hinein zu kopieren sowie den Text auf meine Webseite michael-ickes.de zu stellen.

Als Mitglied des Stadtentwicklungsausschusses war ich zunächst durchaus Befürworter der Begegnungszone, prinzipiell der Investitionen wegen – zusätzliche €700.000 waren für das Pilotprojekt von Senatsseite vorgesehen – in eine nachhaltige Entschleunigung, die durchaus von Anwohneren gewünscht war, die sowohl der kommerziellen Entwicklung als auch dem motorisierten Individualverkehr auf die Bremse treten wollten. Genauer gesagt war der Anlass für die Anwohner jener, dass “hipster Gastronomiewirtschaften” alteingesessene Betriebe verdrängten und ein Klientel angezogen haben, das “mit Tempo 110 durch die Maaßenstrasse gebrettert” sei.

Es könnte also resümiert werden, dass den Belangen der Anwohnerschaft durchaus Rechnung getragen wurde. Dass allerdings gerade von Bürger_innenseite vehement Kritik zu vernehmen ist, führe ich zurück auf

(a) partei- und machtpolitische Interessen… (programmatische Schwächen… verwaltungsinterne Kompetenzstreitigkeiten…);

(b) die Diskrepanz zwischen den Anwohnerinteressen und der normativen Zielsetzung… (der Zusammenhang der lokalen Maßnahmen mit einer global wirksamen Verhaltensänderung ist doch sehr elusiv… Ein etweiliger Suffizienzgewinn geht auf Kosten der Konsistenz und Effizienz…);

(c) die Frage nach der Verknappung des Parkraums… (wenn schon, dann doch gleich Entsiegelung… Ersatzflächen auf Kosten des fließenden Verkehrs (“60° Parken”)…)

Gerne stehe ich für weitere persönliche Ausführungen zur Verfügung. Die Piraten hingegen lassen sich lieber von dem in die “hipster” Maaßenstrasse gezogenen PoP(“Partei ohne Politik”)per Jan-Ulrich Franz, besitzstandswahrenden Trittbrettfahrern oder dem sesselpupsenden Direktmandatskaniddaten und AGH-Fraktionsvorsitzenden Alexander Spies vertreten.

Viele Grüße,

Michael Ickes

Am 13.06.2016 um 09:41schrieb Helen Brand
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> Schönen guten Morgen Herr Ickes,
>
> wie soeben am Telefon besprochen eine kurze Erläuterung:
>
> Für wissenschaftliche Zwecke würde ich gerne Experteninterviews zur Begegnungszone in der Maaßenstraße führen.
>
> Worum geht es genau?
> Im Rahmen meiner Masterarbeit werden Experten zur Planung/ Umsetzung der Begegnungzone in der Maaßenstr interviewt. Ziel ist es, fördernde und hemmende Faktoren beim Planungs- und Umsetzungsprozess zu ermitteln, um quasi ein Handlungskonzept zu erstellen.
>
> Warum gerade die Begegnungszone in der Maaßenstr.?
> Im Fokus der Arbeit stehen politische Maßnahmen, welche (auch) Verhaltensänderungen bei Bürger_innen zugunsten der ökologischen Tragfähigkeit (-> Klimaschutz) initiieren. Die Begegnungszone in der Maaßenstraße umfasst beispielhafte Maßnahmen im Sinne der Suffizienz, so der Fachbegriff:
>
> • Verschmälerung der Fahrbahn mit der Höchstgeschwindigkeit von Tempo 20 -> verringertes Geschwindigkeitsverhalten, weniger Autoverkehr
> • Verzicht auf Flächen für den ruhenden Verkehr -> weniger Autoverkehr und Parkfläche stattdessen mehr Zufußgeh- und Aufenthaltsmöglichkeiten
> • Schaffung von zusätzlichen Aufenthaltsflächen mit Sitzmöglichkeiten im Straßenraum ohne Konsum- und Verzehrzwang -> Entkommerzialisierung
>
> Wer fungiert als Experte?
> Im Falle der Maaßenstr werden nicht nur politische Akteure im engeren Sinne, sondern auch zivilgesellschaftliche/nicht-kommerzielle wie kommerzielle Akteure, die beim Planungsprozess mitwirkten, als Experten interviewt.
>
> Zu meiner Person:
> Ich bin Studentin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Wieder-Berlinerin und schreibe derzeit meine Masterarbeit. Die Arbeit wird betreut und geprüft von Herrn Prof. Dr. Niko Paech (Uni Oldenburg) und Dr. habil. Fritz A. Reusswig (PIK Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Abt. Transdisziplinäre Konzepte & Methoden).
>
> Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung!
>
> Mit freundlichem Gruß und einen guten Start in die neue Woche wünscht
> Helen Brand
>

   

5 comments on “Masterarbeit Experteninterview zur Begegnungszone

  • Wenn politische Institutionen Kommunikation korrumpieren, können sie keine “Antwort” mehr auf die Bedürfnisse der Bürger geben. Sie schwingen nicht mehr mit der Realität der Menschen, sondern nur noch mit dem Geld der Lobbyisten.

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  • Der Abschnitt Römer 1,28ff ist theologisch dicht und Teil von Paulus’ Grundlegung seines Evangeliums. Er beschreibt, wie Menschen sich von Gott abwenden – und was die Konsequenzen sind. Eine Deutung der drei von dir genannten Schritte:

    (1) „Gott in der Erkenntnis festzuhalten“ (gr. *echein ton Theon en epignōsei)*
    → Das bedeutet: Gott bewusst als Gott anzuerkennen, ihn im Denken, Erkennen und Handeln als Maßstab zu behalten.
    Paulus behauptet, dass Menschen diese Erkenntnis aktiv unterdrücken (vgl. Vers 18). Es ist also keine bloße Unwissenheit, sondern eine willentliche Verdrängung oder Ablehnung Gottes trotz innerer oder äußerer Hinweise.

    (2) „hat Gott sie dahingegeben“ (gr. *paredōken autous ho Theos)*
    → Dies ist eine zentrale Formel in Römer 1 (wird 3× wiederholt, V. 24, 26, 28). Sie beschreibt, dass Gott nicht sofort richtet, sondern den Menschen in die Konsequenzen ihres Handelns „entlässt“.
    Es ist ein Akt göttlicher Gerichtsbarkeit durch Zulassen, nicht durch direkte Strafe: Wer sich von Gott trennt, erfährt eine Art moralischer Desorientierung.

    (3) „in einen verworfenen Sinn“ (gr. *eis adokimon noun)*
    → Wörtlich: ein untauglicher, nicht-bestandener, prüfungsunfähiger Verstand.
    Die Folge der Gottesverwerfung ist: Das Denken wird verdreht, Urteilsfähigkeit leidet. Menschen beurteilen Gut als Böse und umgekehrt. Es geht hier nicht nur um moralisches Verhalten, sondern auch um eine verzerrte Wahrnehmung der Realität.

    Zusammengefasst:
    Paulus beschreibt hier eine Abwärtsspirale:
    Verweigerung der Gotteserkenntnis → göttliches „Dahingeben“ → moralisch-geistiger Verfall.

    Diese Verse sind nicht bloß moralisch gemeint, sondern zeigen:
    → Wenn der Mensch sich vom Schöpfer trennt, verliert er auch sein eigenes Maß, weil er das Göttliche Bild in sich verleugnet.

    Reply

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