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Statt Plan- heute: Strasse

Auch wenn weder ich noch die Verwaltung mit dem Abwägungsergebnis soweit bin, als dass es am Mittwoch im Stadtentwicklungsausschuss besprochen werden könnte, so hat sich zwischenzeitlich ja immerhin herum gesprochen, dass der Investor Müller einen Teilfeststellungsbeschluss haben möchte, damit er auf dem EUREF-Gelände zunächst weiter bauen kann ohne die “Planstrasse” finanzieren zu müssen.

Dafür liefern ihm nun die SPD und InnoZ die Vorlage. Im folgenden der Antrag und der “Ideeentwurf”, die am Mittwoch zur Beratung anstehen:

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Von der unverhältnismäßig blenderischen Aufmachung dieser Idee, die ich mit Götz schon in sehr viel größerem Detail besprochen hab, abgesehen, kann ich mich zunächst einmal durchaus für den Plan erwärmen; insbesondere, weil er vorsieht, den Werdauer Weg zur Rubenstrasse hin fahrradtechnisch zu erschliessen.

Ein kleiner Realitätscheck jedoch entlarft den Plan als weitere Windung Müllers, seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nach kommen zu müssen. So liess er auf der Stadtentwicklungsauschusssitzung im Mai seinen Architekten noch sagen, eine Verständigung mit der Bahn sei kein Problem.

  • Dabei wissen wir nur zu gut aus der Crelle-Strasse, mit was für Problemen die Bahn auffährt bei jeder Anfrage auf Gestattung. Der Bauabschnitt des Multifunktionswegs zwischen Julius-Leber-Brücke und Yorck-Strasse ist mit drei Millionen Euro veranschlagt. Wie Müller für die Anbindung vom S-Bahnhof über die Dominicustrasse zum EUREF-Gelände mit 450.000€ auskommen will ist sein Geheimnis;
  • Zwar ist es wohl richtig, dass das ungenutzte S-Bahn-Gleis südlich des Cheruskerparks auf der Ostseite der S1-Trasse verläuft, Müller also keine Überquerung zum EUREF-Gelände hin bekommen muss, aber dafür müsste er sich die Brücke teilen mit dem nordwärtigen S1-Gleis. Das Fahrradbrückenbild über die Yorckstrasse auf Seite 13 ist eine Wunschvorstellung. Tatsächlich soll die Verbindung aus Sicherheitsgründen dort über zwei Brücken verlaufen, so dass Müller über die Dominikusstrasse auf die selben Problematik stoßen wird, wie die Gegener der überdimensionierten Planung an den Westbrücken.
  • Eine Gestattung der Bahn im Hinblick auf die Vorhaltefläche für die S21 ist ebenso fraglich.
  • In den Kosten sind Barrierefreiheit und ähnliches noch in keiner Weise berücksichtigt.
  • Schließlich ist auf Seite 8 der Kabelkanal zu sehen, der wie ein rotes Tuch aus den Erfahrungen in der Crelle Strasse wirkt.

Stammbahn

Andererseits…

wenn Müller es schafft, das Gleis, ohne Eingriff in die Natur am Rande, als Verkehrsverbindung zu nutzen, dann wollen wir das auch für die Crelle-Strasse und die Yorckbrücken. Dafür einen “Teilfeststellungsbeschluss” für eine Bebauung bis 80.000qm Bruttogeschossfläche… darauf könnte ich mich durchaus einlassen. Zumal er die Planstrasse ja letztlich doch bauen muss, wenn er denn planmäßig über die 80.000qm hinaus bauen möchte. Oder es bleibt halt bei dieser halben Kerngebietsausnutzung. Wär doch auch schön, oder?

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