Mein Beitrag zum Weg nach Utopia

Auf dem Weg nach Utopia

… gab es viele Einwände. Wie diesen:

Lieber Lorenz,

ich bin tief beeindruckt und schätze Dein Buchmanuskript sehr.

Ich werde versuche, mich an Deinem Projekt produktiv und konstruktiv zu beteiligen, dazu:

(a) ist es in Deinem Interesse, dass ich den Link weiter verbreite und Mitstreiter gewinne?

(b) ich habe tatsächlich (zwischenzeitlich) tiefsitzende Vorbehalte und Resentiments gegen das Streben nach Utopia. Utopia ist gerade mal eine andere “wahre Welt” (Nietsche – ich schaue mir gerade die “Academy of Ideas, “Nietzche und Nihilism” an), Religionsersatz, “Opium für’s Volk”, post-moderne Beschäftigungtherapie, die von Notopisten, dem real exitierenden System des Großkapitals und dem militärisch-industriellen Komplex vereinnahmt und übervorteilt wird. So geschehen gerade wieder mit dem Beschluss zum Bundewehreinsatz in Syrien, aber auch ablesbar an der Geschichte von INSM…
(c) insbesondere (ungelesen, überkritisch)… ist Geld nichts anderes als ein Maßstab für Wirtschaft, wieimmer Du die definieren möchtest (“Bruttonationalglück”, freier Zugang zu einer wie auch immer gearteten öffentlichen Daseinversorgung, Gemeinschaftsarbeit, “Lebenszeit”…)… Die Lebenszeit über einen Kamm zu scheren, führt zu einer Monotonie des Daseins (HG Wells Zeitmaschine).

  • Utopie bezieht sich auf eine Gesellschaftsform: Platos Staat, Owens Sozialexperiment…
  • Eine Utopie entwickeln ist vorzuziehen gegenüber sie zu verfolgen
  • Horst ist Schwabe. Da haben sie noch Geld. In Berlin schon lange nicht mehr. Hier ist Utopia. Hartz IV und ein bisschen ehrenamtliches Engagement, dann kann man sich so durch die Stadt schnorren.
  • Musiktower, Kaffeemaschine auf Zuruf… – die Automatisierung des Lebens. Wer sich das wünscht, wünscht sich die Privatwirtschaft, nur die, keine öffentliche, schafft diese Bedarfe.
  • Herr Lehmann arbeitet noch mit 100 Jahren? – Ich denke, wir müssen hier mal einen Schnitt machen. 100 Jahre ist Herr Lehmann alt? – Wer will denn bitte so alt werden und warum? Das Leben lebt vom Tod.

SumAL

– “Im Prinzip ist es ein einziges Klagelied: Die Angst um die Rente, die steigende Kriminalität, die Unsicherheit um die Arbeitsplätze der Kinder, die Angst, die medizinische Versorgung nicht mehr bezahlen zu können, der Drogenkonsum der Enkel, die Angst ins Seniorenheim abgeschoben zu werden, die ständig steigenden Mieten und…und… und… ” – was willst du denn, dass die Menschen sonst miteinander bereden?
– Du sehnst dich nach einem Rentenalter, in dem die Welt so ist, wie du dir das vorstellst…

Arbeitszeit als Handelsware? Zum Tauschen und für Gefälligkeiten? Ja, wo leben wir denn? Zuerst willst du das Geld abschaffen, um dann auf Tauschbasis zurückzufallen?
– Die Sozialdemokratie kommodifiziert Wasser, CO2, Glückseeligkeit… um Märkte zu schaffen – in der Hoffnung, dass diese sich regulieren (lassen) und Gerechtigkeit schaffen…

Norma-Laden, Spaghetti und Spezi-Laden? Halt wie in der DDR….

Alex meinte:

Eine neue politische Sachkunde

… ist klar im Normativimus verortet. In seiner Gesamtheit besteht er aus den ästhetischen, ethisch(-moralischen) und rationalen Aspekten.

worum geht’s? – die Geisteswissenschaften sind in erster Linie eine Dokumentation des Zeitgeschehens. Politik ist entsprechend ein bedeutsamer Zeitzeuge.

Die politische Aufgabe in der G87 ist die Forderung “wohnen bleiben,” im Gegensatz zu “die Mieter fragen.”

Das Projekt “den Orient-Express für die Kurden” sowie das Brauerreiprogramm in den ehemaligen Kolonien der deutschen Entwicklungshilfe sind weitere Beispiele für diesen normativen Politikanspruch.

Was ist Politik?
– wir haben Max Webers Klassiker “Politik als Beruf”
– im Englischen unterscheiden wir zwischen

  1. politics –
    das habituelle Verhandeln von Interessen zwischen Individuen oder sozialen Gruppen.
  2. policy –
    ein normatives Regelwerk
  3. polity –
    die Gesamtheit (System) von Institutionen, Mechanismen, Strukturen, Operationen und Funktionen einer Gesellschaft

– im Deutschen beschränken wir uns, innerhalb der abgegrenzten Sphäre von legitimierten Vertretern, meistens auf ersteres, wobei…

Bei den Grünen in Berlin wird viel über Politikfähigkeit gesprochen, was verstanden wird als die Fähigkeit, einen individuellen Standpunkt durchzusetzen. Diese Fokus auf die Person des Politikers geht zu Lasten der Inhalte. Es geht nicht mehr darum, was man politisch möchte, nicht einmal mehr darum, Recht zu behalten – was als persönliche Schwäche verstanden wird -, sondern alleine um die Mittel, über die man verfügt, sich durchzusetzen. Es ist das Gegenteil des emanzipatorischen Projekts und bekräftigt die Inhaltslosigkeit von Politikern.

Politiker haben keine Interessen.Interessen1

Die emisch-systemische Analyse

4 Comments

  1. Pingback: autonom | Icke's Kollektiv

  2. Lieber Lucki,

    stellst Du die Akap-WM auch online, damit das kommentiert werden kann? Hier mal eine erste Kritik, lass Dich aber nicht entmutigen, denn

    [b][center]Die Akap-WM ist eine gute Sache, weil lustig![/center][/b]

    Dem Grundsatz
    [b][center]FORM follows FUNCTION[/center][/b]
    [right]wird nicht Genüge getan.[/right]

    Was ist / was soll die Funktion davon sein?
    – Aktivität als Teil des Kapitalismustribunal?
    – Kaderschmiede (weltelf)?

    Warum Fußball als Modell einer Gesellschaftsform nehmen?
    – Die Entwicklung des Fußballs ist eine Beispiel für den Erfolg des Kapitalismus: Leistungsprinzip statt Breitensport, Konsumismus, Nationalstaatlichkeit, Big Business…
    – Es möge – andersrum – aufgezeigt werden, wie Fußballkultur sein könnte, wenn es sich aus der Logik des Kaptialismus befreit: Back to the roots, Arbeitersportvereine, Turnvater Jahn…?

    Ida hat nie gelernt, über ihre Eigeninteresen hinaus, selbst zu denken. Richtig ist dann, was oft genug bzw. authoritativ wiederholt wird.

    Die Grenzen des Rationalismus fordern eine resonierende Ästhetik a la Mario Perniola (2011).

    Kapitalismus hält oftmals her als Synonym für alles Übel – wie Neoliberalismus (Stark, 2015) oder Bürokratie (Graeber 2016).

    Der Anti-Kapitalismus ist eine Strategie, die Auswüchse des Kapitalismus sichtbar zu machen. Als gesamtgesellschafliches Projekt ist er gescheitert. Vielmehr wird der Kapitalismus an sich und seine gegenwärtige Entwicklung hauptsächlich ignoriert bzw. negiert.

    Der Kapitalismus exitierte nur in der Bi-Polarität mit der Sowjetunion. Ein Abglanz deren Anti-Kapitalismus lebt in Belarus fort…

    Oder gibt es doch den 3.Weg, den der Selbstbestimmung? Also weg von territorial-basierten Nationalstaaten. Die Bagdad-Bahn für die Kurden!

    Ich bin mit Olaf aneinander geraten, weil ich dem Brexit-Votum Positives abgewinnen kann: Er durchdringt das europäische Bewusstsein und schafft notwendige Dynamiken. Die real-existierende EU hat wenig normative Kraft enwickelt sondern it überwiegend getragen von Handels-, Wirtschafts- und Kapitalinteressen.

    Beides, die Kleinstaatlichkeit (Föderalismus, Kleinbürgertum) als auch der Nationalismus sind Mechanismen der geopolitischen folgerichtigen Abgrenzung Deutschlands.

  3. Pingback: eine Inszenierung – Icke's Kollektiv

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