Individualismus vs. Kollektivismus: Die Cannabis-Debatte als Prüfstein

Zwei Perspektiven auf dieselbe Realität

Die deutsche Cannabis-Debatte entlarvt einen fundamentalen Konflikt unserer Gesellschaft: Wie viel individueller Freiheitsspielraum ist допустим, bevor kollektive Interessen tangiert werden? Die jüngsten Entwicklungen – von der Teillegalisierung bis zum Stopp von Modellprojekten – zeigen, wie schwer es fällt, diese Balance zu finden.

1. Der individuelle Anspruch:
Autonomie über den eigenen Körper

Das Argument der Selbstbestimmung

Die Befürworter einer liberalen Cannabis-Politik stehen auf dem Boden des Individualismus: Der mündige Bürger soll selbst entscheiden dürfen, was er mit seinem Körper macht. Diese Position betont:

  • Persönliche Freiheit: Erwachsene Menschen sind fähig, informierte Entscheidungen zu treffen
  • Schadensreduzierung: Regulierter Verkauf ist sicherer als Schwarzmarkt
  • Entkriminalisierung: Strafverfolgung von Konsumenten verursacht mehr Schaden als der Konsum selbst

Die Grenzen des Individualismus

Doch der reine Individualismus stößt an Grenzen, wenn individuelle Entscheidungen Dritte beeinträchtigen. Der Konsum von Cannabis im öffentlichen Raum, die Fahrtüchtigkeit unter Einfluss, oder der Zugang von Minderjährigen – all dies sind Bereiche, wo individuelle Freiheit und kollektive Verantwortung kollidieren.

2. Der kollektive Anspruch: Gemeinschaft vor Individuum?
Das Argument des Gemeinschaftsschutzes

Kritiker der Cannabis-Legalisierung (Gerlach, 2025) vertreten eine kollektivistischere Position:

  • Gesundheitsschutz: Cannabis ist nicht harmlos – die Kosten für das Gesundheitssystem tragen alle
  • Jugendschutz: Jede Liberalisierung erschwert den Schutz von Kindern und Jugendlichen
  • Ordnungspolitische Bedenken: Der Staat hat eine Verantwortung für das Gemeinwohl

Die Grenzen des Kollektivismus
Andererseits führt ein überzogener Kollektivismus zu:

  • Paternalismus: Der Staat entscheidet, was gut für den Bürger ist
  • Verbotenes Denken: Schwarzmarkt und Strafverfolgung schaffen neue Probleme
  • Freiheitsverlust: Individuelle Entfaltung wird zugunsten abstrakter Gefahren eingeschränkt
3. Der deutsche Mittelweg: Widersprüchliche Signale

Die aktuelle deutsche Cannabis-Politik verkörpert diesen Zwiespalt besonders deutlich:

<tr>Aspekt Individualistische Tendenz Kollektivistische Tendenz

Besitz Legalisierung bis 25g Apotheken-Modellprojekte gestoppt

Anbau Eigenanbau erlaubt clubbasierte Abgabe stockend

öffentlicher Raum Konsum in некоторых Bereichen erlaubt Verbotszonen um Schulen</tr>

Der Stopp der Apotheken-Modellprojekte illustriert paradigmatisch, wie der kollektivistische Impuls – Schutz vor Kommerzialisierung – den individualistischen Impuls – Zugang zu sicheren Produkten – untergräbt.

4. Synthese: Jenseits des falschen Gegensatzes

Ein integrativer Ansatz
Die produktive Auflösung des Individualismus-Kollektivismus-Spannungsfeldes liegt nicht in der Wahl einer Seite, sondern in der kontextuellen Differenzierung:

Bereiche mit Vorrang individueller Freiheit:

  • Privater Konsum erwachsener Personen
  • Eigenanbau für den persönlichen Gebrauch
  • Information und Aufklärung statt Repression

Bereiche mit legitimer kollektiver Regulierung:

  • Schutz von Kindern und Jugendlichen
  • Verkehrssicherheit
  • Qualitätskontrollen und Verbraucherschutz

Die politikwissenschaftliche Perspektive
Aus politikwissenschaftlicher Sicht zeigt die Cannabis-Debatte, dass:

  1. Analytisch: Jahrzehntelange Repressionspolitik hinterlassen Spuren.
  2. Systemisch: Das Policy-Fenster öffnet und schließt sich. Die Ampel-Koalition nutzte ein solches Fenster
  3. Konstruktiv: Multiple Akteure mit unterschiedlichen Wahrheiten agieren und kommunizieren mit Polizei, Wirtschaft, Zivilgesellschaft u.a.
Die Cannabis-Frage als Lackmustest

Die Cannabis-Debatte ist mehr als eine Drogenpolitik-Frage – sie ist ein Prüfstein für das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft. Die Antworten, die wir geben – zur Regulierung, zum Jugendschutz, zur medizinischen Verwendung – offenbaren unsere Vorstellungen von Freiheit, Verantwortung und Gemeinschaft. Eine kritische Evaluierung der Cannabis-Teillegalisierung sollte daher nicht nur fragen: “Funktioniert die Regelung?”, sondern auch: “Welches Menschenbild liegt unseren Entscheidungen zugrunde?”

Passionsandacht

Philippus-Nathanael-Kirchengemeinde
Passionsandachten 2026
„Mit Gefühl – sieben Wochen ohne Härte“

1. Passionsandacht, Aschermittwoch, 18.Februar
Team Martina Baumann und Michael Ickes
„Mit Sehnsucht“ (1. Könige 3, 7&9)

dank an Pfarrer Wolf Fröhling für die musikalische Begleitung zu:
1. „Wir gehen hinauf nach Jerusalem“ (siehe umseitig)
2. „Bewahre uns Gott, behüte uns Gott“ (EG 171)
3. „Von guten Mächten“ (EG 65)
4. „Nun gehören unsere Herzen“ (EG 93)

Lesungen:
– 1. Moses 3: der Sündenfall
– Psalm 69: Hilferuf eines Leidenden und Armen
– Johannes 12, 1-11: Salbung in Bethanien
– Johannes 12, 12-19: Einzug in Jerusalem

Passionsandacht 18.02.2026,
im der Nathanaelkirche – 19:00 Uhr ct – Gruppe: Spontaninitiative (Ickes/Baumann)

4. Fröhling: Musik zur Einstimmung: …wir gehen hinauf nach Jerusalem

1 Wir gehn hinauf nach Jerusalem
in leidender Liebe Zeiten
und sehen, wie einer für alle stirbt,
um uns einen Platz zu bereiten.

2 Wir gehn hinauf nach Jerusalem.
Wer will bei dem Herren bleiben
und kosten von einem so bittern Kelch?
Die Angst soll uns nicht von ihm treiben..

3 Wir gehn hinauf nach Jerusalem,
das Opfer der Welt zu sehen,
zu spüren, wie unsere Not vergeht,
und unter dem Kreuze zu stehen.

4 Wir gehn hinauf nach Jerusalem,
zur Stätte der ewgen Klarheit.
Wo Leiden und Ohnmacht in unsrer Welt,
da finden wir Christus in Wahrheit.

5. Martina: Begrüßung; Vorstellung der Akteure (Ickes, Fröhling und Baumann), Kollektenansage, – Matema

6. Michael: Votum

Das Votum der Leidenschaft (Passion)
Wir feiern diese Andacht im Namen des Vaters, der uns das Leben als Gabe, nicht als Beute anvertraut hat,
im Namen des Sohnes, der das Leiden der Welt durch die Leidenschaft seiner Liebe durchbrach, und
im Namen des Heiligen Geistes, der unsere verhärteten Herzen auflöst wie eine Wolke am Morgen.
Alle: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Votumstext (Der Bogen): Wir stehen am Beginn der Passionszeit. Wir kommen aus der Geschichte des Sündenfalls, in der wir uns die Welt „zu eigen machen“ wollten und dabei die Freiheit verloren.
Wir blicken auf das Alabastergefäß von Bethanien: Dort, wo die Leidenschaft des Schenkens die Angst vor dem Leiden besiegt. Dort, ein kleiner Teil – ein Duft, ein Tropfen – der für das Ganze steht: Die Erlösung, die nicht im Festhalten, sondern im Loslassen beginnt.
Votum (Die Zusage): Gott, der du das Maß der Welt in Händen hältst, sei du die Mitte in unserem Dienst am Nächsten. Gib uns die Kraft, ohne Härte zu bleiben und das Unersetzliche in jedem Menschen zu sehen. Lass uns nicht nur die Not verwalten, sondern das Leben feiern, wo immer wir ihm begegnen.
Alle: Amen.

Wir singen nun die ersten beiden Strophen des Liedes, das Dietrich Bonhoeffer im Winter 1944 im Kellergefängnis des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) in der heutigen Niederkirchnerstraße, wenige Monate vor seinem Mord am 9.April 1945, geschrieben hat. Im Anschluss daran sprechen wir zusammen den Psalm 69, dann die Strophen 3 und 4.

7. Fröhling und Alle; Lied: „von guten Mächten“ – Vers 1 – 2

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

8. Martina: Ansage Psalm: Psalm 69: Hilferuf eines Leidenden und Armen
Weiblein und Männlein im Wechsel

1 Für den Chormeister. Nach der Weise Lotusblüten. Von David.
2 Rette mich, Gott, denn das Wasser geht mir bis an die Kehle!
3 Ich bin versunken im Schlamm des Abgrunds und habe keinen Halt mehr. In Wassertiefen bin ich geraten, die Flut reißt mich fort.
4 Ich bin erschöpft von meinem Rufen, es brennt meine Kehle. Mir versagen die Augen, während ich warte auf meinen Gott.
5 Zahlreicher als auf meinem Kopf die Haare sind die, die mich grundlos hassen. Mächtig sind, die mich verderben, / meine verlogenen Feinde. Was ich nicht geraubt, das soll ich erstatten.
6 Du, Gott, kennst meine Torheit, meine Verfehlungen sind dir nicht verborgen.
7 Nicht sollen zuschanden werden durch mich, die auf dich hoffen, Herr, GOTT der Heerscharen, nicht sollen durch mich beschämt werden, die dich suchen, du Gott Israels.
8 Denn deinetwegen erleide ich Hohn und Schande bedeckt mein Angesicht.
9 Entfremdet bin ich meinen Brüdern, den Söhnen meiner Mutter wurde ich fremd.
10 Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt, die Verhöhnungen derer, die dich verhöhnen, sind auf mich gefallen.
11 Ich habe geweint und gefastet, es brachte mir nur Verhöhnung.[1]
12 Ich legte als Gewand ein Bußkleid an, ich wurde ihnen zum Spottvers.
13 Es reden über mich, die am Stadttor sitzen, Spottlieder singen die Zecher beim Wein.
14 Ich aber komme zu dir mit meinem Bittgebet, HERR, zur Zeit der Gnade. Gott, in deiner großen Huld erhöre mich, mit deiner rettenden Treue!
15 Entreiß mich dem Sumpf, damit ich nicht versinke, damit ich meinen Hassern entkomme, den Tiefen des Wassers,[2]

9. Fröhling und Alle: Lied „von guten Mächten“ Vers 3 – 4

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.

10. Michael: Lesung aus Johannes 12, Vers 1-11,- Salbung in Bethanien

1 Sechs Tage vor dem Passafest kam Jesus nach Bethanien, wo Lazarus war, den Jesus auferweckt hatte von den Toten.
2 Dort machten sie ihm ein Mahl, und Marta diente bei Tisch; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch saßen.
3 Da nahm Maria ein Pfund Salböl von unverfälschter, kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber wurde erfüllt vom Duft des Öls.
4 Da sprach einer seiner Jünger, Judas Iskariot, der ihn hernach verriet:
5 Warum wurde dieses Öl nicht für dreihundert Silbergroschen verkauft und das Geld den Armen gegeben?
6 Das sagte er aber nicht, weil ihm an den Armen lag, sondern er war ein Dieb; er hatte den Geldbeutel und nahm an sich, was gegeben wurde.
7 Da sprach Jesus: Lass sie. Es soll gelten für den Tag meines Begräbnisses.
8 Denn Arme habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit.
9 Da erfuhr eine große Menge der Juden, dass er dort war, und sie kamen nicht allein um Jesu willen, sondern um auch Lazarus zu sehen, den er von den Toten erweckt hatte.
10 Aber die Hohenpriester beschlossen, auch Lazarus zu töten;
11 denn um seinetwillen gingen viele Juden hin und glaubten an Jesus.

Fröhling und Alle: „von guten Mächtent““ Vers 5 – 7

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Martina: Fortsetzung Lesung Johannes, 12, Vers 12-19, Der Einzug in Jerusalem

12 Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde,
13 nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!
14 Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht:
15 »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.«
16 Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte.
17 Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat.
18 Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan.
19 Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.  …

11. Auslegung

Michael: Ha, Hosianna. Also doch Freude, Leidenschaft…

Martina: Wir möchten Euch gleich dazu einladen, im stillen Gebet über diese beiden Evangeliumslesungen, der Salbung in Bethanien sowie dem Einzug in Jerusalem zu meditieren. Zunächst haben wir jedoch einen kleinen Dialog zum Beginn der Passionszeit vorbereitet.

Martina: Nach meinen Gedanken ist Passion da oder dort, wo man möglichst nicht hingeht.
Michael: Aber ja doch! Genau dort suche ich die Leidenschaft. Ich brenne für Gott, und Feuer braucht Sauerstoff, Reibung, Raum!
Martina: Am Ort der Passion ist es aber unangenehm. Es riecht und stinkt; dort zu sein kostet Kraft – etwa so wie in den Pflegeheimen oder in der Winterhilfe der Berliner Stadtmission.
Michael: Du sprichst von der Diakonie, dem Dienst am Nächsten. Aber gibt es nicht auch den Ort der reinen Leidenschaft? Wenn, dann ist es die Kirche – die vom Heiligen Geist erfüllte Gemeinschaft, in der wir gemeinsam entflammen.
Martina: Am Ort der Passion ist es aber vor allem laut. Die Erde bebt. Es bestehen keine Möglichkeiten, den Alltag oder das Leben überhaupt zu gestalten – etwa so wie in den Kriegs- und Krisengebieten dieser Erde.
Michael: Ich gebe zu: Diese Passion, diese Leidenschaft, hat einen Beigeschmack von Märtyrertum. Fast wie der Masochismus, der den Schmerz sucht, um sich selbst zu spüren.
Martina: Es ist mehr als Schmerz. Es ist der Mangel. Die grundlegenden Lebensbedürfnisse – Essen, Schlaf, Wärme, ein Obdach – können nicht befriedigt werden. So sieht es aus in den aktuellen Fluchtgebieten der Welt.
Michael: Und doch: Ich sehne mich nach der Überwindung dieses Leidens! Aber wie soll ich es überwinden, wenn ich es nicht erst einmal spüre, es miterlebe, mich ihm aussetze?
Martina: Am Ort der Passion ist es schlichtweg freud-, inhalts- und hoffnungslos.
Michael: Mag sein. Aber es gibt keine größere Ekstase als die Vereinigung mit Gott. Jesus, als Mensch in der Dreifaltigkeit, sehnte sich auf seinem Leidensweg nach dieser Einheit. Die Erlösung, die er sucht, ist am Ende tatsächlich gegenstandslos und frei von unseren kleinen Emotionen.
Martina: Mein Fazit bleibt: Vor dem Ort der Passion flieht man am besten.
Michael: Und mein Impuls bleibt: Feiert das Leben! Danket und lobpreiset den Herrn gerade jetzt!

Michael: Aber halt, Martina – genau hier liegt das Geheimnis, das wir das „Alabaster-Prinzip“ nennen könnten. Maria von Bethanien wartet nicht, bis das Leiden vorbei ist. Sie berechnet nicht den Wert des Augenblicks. Sie bricht das Gefäß auf. Sie verschwendet das Kostbarste, was sie hat, mitten hinein in die drohende Dunkelheit.
Das Alabaster-Prinzip ist die Weigerung, das Leben nur zu verwalten oder zu horten. Es ist der Moment, in dem die Leidenschaft die Logik des Besitzes durchbricht. Das Öl muss fließen, damit der Duft den Raum füllt. Ohne das Zerbrechen gibt es keine Heilung. Leidenschaft ist die Kraft, die das Gefäß unserer Eitelkeiten sprengt, damit wir endlich frei werden für das, was wirklich zählt.

Martina: Ich verstehe deinen Impuls, Michael. Aber ich bin skeptisch gegenüber dieser religiösen Sehnsucht nach „Passion“. Mein Hintergrund sagt mir: Vorsicht, wenn Leiden veredelt wird. Das hat oft etwas Lebensfeindliches. Es macht Menschen klein und passiv, nach dem Motto: „Trage dein Kreuz und sei still.“ In der Winterhilfe am Bahnhof sehe ich das nackte Elend – da ist nichts Heiligvolles dran, das ist einfach nur hart.
Michael: Absolut, und diese Härte ist der Skandal. Aber genau deshalb wehre ich mich dagegen, Passion nur als „Leiden“ zu lesen. Das wäre ja eine Kapitulation. Für mich ist die Geschichte in Bethanien ein Akt der Rebellion: Maria ist keine Frau, die sich unterwirft. Sie ist die Einzige im Raum, die handelt! Die Jünger verwalten noch den Mangel, aber sie setzt ein Zeichen der Verschwendung. Das ist für mich Leidenschaft: Die Freiheit, sich eben nicht klein zu machen, sondern als Berufener die Härte zu durchbrechen.
Martina: Also ist dein „Alabaster-Prinzip“ kein Loblied auf das Opfer, sondern ein Widerstand gegen die Gleichgültigkeit?
Michael: Wir würdigen das Kreuz nicht durch falsche Demut. Wir würdigen es, indem wir die Leidenschaft aufbringen, an die Orte zu gehen, die „stinken“, ohne selbst hart zu werden. Das ist kein passives Märtyrertum, das ist die höchste Form von Wirksamkeit. Wir gehen da nicht hin, um uns aufzuopfern, sondern um dem Leben dort Geltung zu verschaffen. Das befreit uns von der Eitelkeit, nur um uns selbst kreisen zu müssen.
Martina: Also ist Passion kein Ort, den man suchen muss, sondern eine Haltung, mit der man dem Unausweichlichen begegnet? Nicht weil man das Leiden liebt, sondern weil man die Leidenschaft hat, das Unerträgliche zu verwandeln?
Michael: Es ist der Dienst am Unersetzlichen. Wir machen uns nicht kleiner als wir sind, sondern wir treten als Berufene vor das Kreuz. Wir bringen das Öl der Diakonie, das Recht der Gerechten und die Neugier der Wissenschaft mit an diesen Ort. Und dort, wo wir unsere Ohnmacht und unsere Leidenschaft zusammenbringen, wird die Welt durchlässig für Gott. Das ist das lautere Heil.
Martina: Dann lasst uns in der Stille nach unseren eigenen Alabastergefäßen suchen. Nach dem, was wir bereit sind zu geben – ohne Härte, aber mit ganzer Leidenschaft.

12. Fröhling: Musik Bewahre uns Gott, behüte uns Gott

1. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns auf unsern Wegen.
Sei Quelle und Brot in Wüstennot,
sei um uns mit deinem Segen,
sei Quelle und Brot in Wüstennot,
sei um uns mit deinem Segen.

2. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns in allem Leiden.
Voll Wärme und Licht im Angesicht,
sei nahe in schweren Zeiten,
voll Wärme und Licht im Angesicht,
sei nahe in schweren Zeiten.

3. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns vor allem Bösen.
Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen,
sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen.

4. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns durch deinen Segen.
Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt,
sei um uns auf unsern Wegen,
dein Heiliger Geist, der Leben verheißt,
sei um uns auf unsern Wegen.

Text: Eugen Eckert (1985) 1987
Melodie: Anders Ruuth (um 1968) 1984 »La paz del señor«

13. Fürbitten: Stille für jeden

14. Martina: Ansage Vater Unser und danach Singen wir gemeinsam das Lied:
„Nun gehören unsere Herzen ganz dem Mann von Golgatha“
Gemeinsam beten wir:
Vater unser, der du bist im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme,
dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auch auf der Eden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
und führe uns nicht in Versuchung
sondern erlöse uns von dem Übel,
denn dein ist das Reich und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

15. Michael: Bitte um Segen

Wir bitten Gott um seinen Segen für unseren gemeinsamen Weg.
Herr, wir bitten dich: Segne uns und behüte uns. Wir stehen oft vor dieser Welt und müssen bekennen, was schon Salomo vor langer Zeit aussprach:
„HERR, mein Gott, du selbst hast mich zum Nachfolger meines Vaters David gemacht. Ich aber bin noch jung und unerfahren. Ich weiß nicht, wie ich diese große Aufgabe bewältigen soll.“ (1. Könige 3,7)
Wir spüren die Last der Verantwortung und die Härte der Zeit. Darum bitten wir dich mit seinen Worten:
„Gib mir ein Herz, das auf dich hört, damit ich dein Volk richtig führen und zwischen Recht und Unrecht unterscheiden kann.“ (1. Könige 3,9)
Lass dein Angesicht über uns leuchten. Schenke uns dieses hörende Herz, damit wir ohne Härte bleiben, wo das Leben uns fordert. Gib uns den Mut, nicht wegzusehen, wenn wir dem Schmerz begegnen – sei es in den Nachrichten oder in der Stille unserer Nachbarschaft. Lass uns wie Maria in Bethanien verstehen, dass Liebe keine Verschwendung ist, sondern die Kraft, die das Starre zerbricht.
Erhebe dein Angesicht auf uns und gib uns deinen Frieden. Schenke uns jene Gewissheit Bonhoeffers aus dunkelsten Zeiten: Dass wir „von guten Mächten wunderbar geborgen“ sind, am Abend und am Morgen. Erinnere uns daran, dass wir nicht perfekt sein müssen, um Segen zu sein. Es reicht, wenn wir bereit sind, unsere Hände zu öffnen und den Duft von Bethanien – die Leidenschaft für das Leben – weiterzugeben.
Segne unser Gehen und unser Stehen, unser Klagen und unser Hoffen. Begleite uns durch diese Passionszeit und bleibe bei uns an jedem neuen Tag.
Amen.

16. Martina: Kollektenansage und Verabschiedung der Teilnehmenden

17. Fröhling und Alle (zum Ende): Lied „Nun gehören unsere Herzen…“

1) Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,
der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,
das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld,
das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ew’ger Huld.
2) Nun in heil’gem Stilleschweigen stehen wir auf Golgatha.
Tief und tiefer wir uns neigen vor dem Wunder, das geschah,
als der Freie ward zum Knechte und der Größte ganz gering,
als für Sünder der Gerechte in des Todes Rachen ging.
3) Doch ob tausend Todesnächte liegen über Golgatha,
ob der Hölle Lügenmächte triumphieren fern und nah,
dennoch dringt als Überwinder Christus durch des Sterbens Tor;
und die sonst des Todes Kinder, führt zum Leben er empor.
4) Schweigen müssen nun die Feinde vor dem Sieg von Golgatha,
die begnadigte Gemeinde sagt zu Christi Wegen: Ja!
Ja, wir danken deinen Schmerzen; ja, wir preisen deine Treu,
ja wir dienen dir von Herzen. Ja, du machst einst alles neu!
Liedtext: 1938, Friedrich von Bodelschwingh (1877-1946)
Melodie: 1949, Richard Lörcher (1907-1970)

Polizeigewalt


Daniel Kux

Daniel Kux



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Projektzyklus2

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Sarajevo: Ines & Sanella

Damir & the PeaceWalk

My first near-death-experience

Content

five years of Walk of Shame

We've started with the Rock Band, an evaluative framework:

  • reflexivity,
  • action
  • effects

there are bits and pieces, namely:

  • an actor map,
  • a narrative on travelling

the write up from Walk n Meet

  • Berlin back and forth...
    • kicker (Projects...)
  • What's in a name,
    • the day after... (ernüchterung)
  • SOP

from Bihac to Trento (consolidation)

  • Spin-offs:
  • Safe passage
  • PeaceWalks (FS, ....)

WoS n.20- Program

Arrival in Bihac on 2nd, some on the 3rd of November- We are sleeping at Veljko.

3: Mural at Silvia’s safe house
from 8 to 3pm : Day Center for people on the move (JRS)
4: Mural at safe
from 8 to 3pm : Day Center Day for people on the move (JRS)
5: in the morning more visits
In afternoon : travel to Sarajevo. (we will stay in a B&B)

6: Meeting with Damir and other NGOs about 2026 Peace Walk

7: Possibly more meetings, visit Sanela and other NGOS, hang around bus stations

8: Accompany Adil in his visits.

9: Return home

“If someone is interested to visit theTunnel of Life, or the Childhood Museum, or the city of Sarajevo, it can be arranged. Of course, our goal is to meet people on the move, or local NGOS, and make connections, hopefully longstanding ones.”

die erste near-death Experience

…hatte ich im Eiskanal von Augsburg.

Ich kannte Andi von einem Kletter-Ausflug drei Jahre zuvor. Er blieb dabei und verbrahte seine Zeit im Klettergarten bis sich ihm die Sehnenscheiden entzündeten und ihm der Arzt Kletterverbot verordnete. Dann wande er sich dem Whitewater-Kayaking zu betrieb das ebenso intensiv. Er trainierte fpr die Initiation im AKK, den Jochen Schweitzer seinzeit gerade zu einer Extrems-Sport-Maschine umbaute.

Wir trafen uns wieder auf einem Fest der Amerikaner, die gerade aus dem Kuweitischen Desert-Storm zurück kamen, und vereinbarten gemeinsam nach Augsburg zu fahren. Nur das Geld fehlte.

Da sass ich auf dem Treppengeländer vor dem Eingang zum rauchen und referrierte über Boudrilliard, der den Golfkrieg als Videospiel bezeichnet hatte. Das hat den GIs garnicht gefallen. Sie schubsten mich rücklings vom Geländer in die Büsche und sprangen zu viert hinterher, Da kam aber auch schon die MP und prügelte die Party zu Ende.

Meine Freunde handelten sich für meine Schrammen das exklusive Flaschenpfand-Recht aus und hatten das Geld frü die Fahrt nach Augsburg zusammen bevor ich verarztet war.

Any, 6 Brüder ud Schwestern, Athroposoph au Neckarwestheim.

Wir sagten er hat einen Schaden wegen der Nähe zum Kernkraftwerk davon getragen, doch er hörte auf Bod Marley: “have no fear of atomic energy…”. Und er war tüchtiger Gewschäftmann.

Downhill, verschärftes Slalom und Rodeo!

Im WEiteren sollte er eine Seifenblasen-Show etablieren. Er blies sie auf und stieg in sie hinein. Das Farbenspiel der Napier-Stoakes-Gleichungen. Es ist ein Hohlspiegel, der unser aller Bewusstein umschliesst…

Navier-Stokes

 

Die Änderung der Bewegung eines Flüssigkeitselements (linke Seite) ergibt sich aus:

1. Druckunterschieden (∇p),
2. innerer Reibung (Viskosität),
3. Volumenänderungen bei Kompression oder Expansion,
4. und externen Kräften (rechte Seite).

in der Blase

Ich atme – und mit meinem Atem wächst sie, hauchdünn, schimmernd, kaum von dieser Welt.
Eine Seifenblase.
Meine eigene.
Ich blase sie nicht mit dem Mund, sondern mit dem, was in mir drängt – Gedanken, Zweifel, Sehnsucht.
Und als sie groß genug ist, geschieht das Unmögliche:
Ich steige hinein.

Drinnen herrscht eine seltsame Stille, als hätte sich der Lärm der Welt am Rand gesammelt, um mir nichts mehr zu sagen.
Die Haut der Blase ist durchsichtig, aber keine Durchsicht.
Ich sehe die Welt – nur gebogen, verrückt, irisierend.
Jede Bewegung draußen spiegelt sich in Wellen an der Innenwand.
Ich bin getrennt, aber nicht verloren.
Ich bin gehalten, aber nicht sicher.

Die Blase lebt.
Sie atmet mit mir, bebt bei jedem Gedanken, zittert bei jedem Gefühl.
Ich weiß, dass winzige Kräfte an ihr zerren:
Luftdruck, Temperatur,
ein kaum hörbarer Wind –
oder ein Blick von außen.

Ich spüre sie, die Spannung.
Wie Gleichgewicht kein Zustand ist, sondern ein Tanz auf der Kante.
Navier-Stokes – sie schreiben hier drin Gedichte aus Strömung und Reibung.
Kein Vers sicher, kein Bild für immer.

Ich drehe mich.
Und da bin ich – ich, gespiegelt in der Rundung,
in tausendfacher Verzerrung.
Mein Gesicht, mein Blick,

doch anders, als ich mich kenne.
Der Hohlspiegel meines Bewusstseins wirft mich zurück –
nicht, wie ich bin, sondern wie ich mich sehe.

Manchmal denke ich:
Vielleicht lebt jeder in so einer Blase.
Vielleicht sind wir alle
nur Innen.

Und wenn ich die Hand gegen die Wand lege,
ist es wie ein Versprechen:
So zart die Grenze,
so groß die Nähe.

Ich weiß, sie wird platzen.
Eines Tages.
Ein Gedanke zu viel,
ein Wort von außen,
ein Sonnenstrahl zu heiß.

Dann werde ich wieder draußen stehen –
nass von Innenwelt,
und seltsam klar.

Doch bis dahin bleibe ich hier,
in meiner schimmernden Hülle,
und lausche,
wie die Welt durch mich atmet.

Rückkehr aus der Blase

Ich war fast fort.
Die Seifenblase, die ich einst selbst geblasen hatte,
schloss sich um mich wie ein zweites Bewusstsein –
leicht, rund, leise.
Zunächst war sie Spiel, ein Traum aus Licht.
Dann wurde sie Raum,
dann wurde sie Welt.

Und dann – wurde sie zu viel.

Ich spürte, wie sie sich hob,
getragen von nichts als der Ahnung,
dass ich hier nicht bleiben darf.
Sie stieg, langsam,
doch mit jeder Sekunde weiter fort
von allem, was ich kannte.

Drinnen wurde es enger.
Nicht weil die Blase schrumpfte –
sondern weil ich es tat.
Ich verlor die Sprache,
das Maß,
das Gewicht.

Die Farben draußen verblassten,
die Stimmen kamen nicht mehr durch.
Nur ein dünnes Flirren,
ein Rest von Zeit.

Und gerade als ich dachte:
So endet es also –
lautlos, schwebend,
in Schönheit erstickend –
spürte ich etwas.

Eine Berührung,
nicht an meinem Körper,
sondern an dem Faden,
der mich trotz allem noch hielt.
Der nie ganz gerissen war.

Es war kein Ruck,
kein Reißen –
es war ein Erinnern.
Jemand – oder etwas –
zog mich zurück.

Die Blase bebte.
Wurde dünn.
Zerplatzte nicht.
Sondern öffnete sich –
nach innen.

Ich fiel nicht.
Ich wurde gehalten.

Und dann: Licht.
Nicht von außen.
Sondern von innen her.

Wärme.
Ein Atem,
der nicht meiner war,
aber für mich.

Ich war zurück.
Noch nicht ganz.
Aber lebendig.

Seitdem trage ich die Blase in mir –
nicht als Gefängnis,
sondern als Schwelle.
Ein Ort zwischen den Welten.
Ein Echo des Todes,
das das Leben in mir lauter macht.

die zweite near-death Experience

Wellengang

BRAT programme

Silvia manages the BRAT programme in Bihac. This programme is funded and coordinated by the Italian Development Agency and Caritas Italia. Its purpose is to provide for responsible and well-managed migration policies according to the United Nations Sustainable Development Goal and target 10.7. The programme supports the Bosnian Government’s efforts to protect, receive, and accompany migrants in their transit according to international obligations, in particular (and amongst other activities) by
1. providing for the day center, run by the Jesuit Refugee Services (JRS)
2. providing for the safe house for minors.
Silvia is doing an awesome job filling these administrative structures with the initiative, engagement and love that we all agree are needed to fulfill the promises of „responsible and well-managed migration“. In particular, by engaging with a broad range of people, international volunteers and us from the Walk of Shame, she fosters international connections and exposure according to our aim to re-humanize Europe. Also, by providing 8 of her 35 places in the Safe House for local (as opposed to migrant) minors in need, she offers prospects and integration in and among the local community. Unfortunately, this well-meaning aspect in particular is proving to be a two sided sword: Thus, the local authorities rather monopolize the resources of the safe house provided by international donors for their own local minors in need, than to share them with the migrants as intended by the project.
That’s why the local authorities are rather hesitant – or sometimes even subversive – in referring migrant minors out of the major Lipa camp to the Safe House – although places are available. And that may be the reason for potential tension between international project protractors and local operatives and partners.
Silvia has been a loving friend, an inspiring host and a valuable source of information to us ever since our first Walk. Anna has been doing murals with her before and Luka has entertained the kids before. So we are increasingly getting involved in her actual programme at the Safe House. The idea with the solar panels actually came up during WoS XII and were supposed to be provided by the Dutchies. I’ve started on a small extra circuit for the pavilion to get things going, but the plan still is to scale up, providing next solar power for hot water and ultimately for the whole house. For autarky, sustainability and transfer of knowledge and skills.

peacewalk presentation Sarajevo

Friedensgespräche mit in der Ukraine inhaftierten Geistlichen

Ausgangslage: Unsere Gemeinde ist Gastgeberin einer ukrainisch-orthodoxen Gemeinde, die im Kontext des kriegerischen Überfalls Russlands bei uns Schutz und geistliche Heimat gefunden hat. Gleichzeitig stehen Teile der ukrainischen Orthodoxie, nämlich jene mit Bindung an das Moskauer Patriarchat, unter Verdacht der Kollaboration – viele Geistliche sind inhaftiert. Dies stellt uns vor eine geistlich und ethisch herausfordernde Situation.

Ziel des Projekts: In Anerkennung unserer ökumenischen, christlichen und menschenrechtlichen Verantwortung möchten wir den Versuch unternehmen, geistliche Friedensgespräche mit inhaftierten Geistlichen zu führen – mit dem Ziel,
– christlich-geschwisterlichen Kontakt herzustellen,
– geistliche Gewissensentscheidungen sichtbar zu machen (z. B. Kriegsdienstverweigerung, Loyalitätskonflikte),
– Versöhnungsperspektiven innerhalb des orthodoxen Christentums sowie zwischen der Orthodoxie und der evangelischen Kirche zu fördern,
– als Kirchengemeinde Zeichen der Friedensverantwortung zu setzen.

Theologische Grundlage:
– Mt 5,9: „Selig sind, die Frieden stiften“
– Röm 12,21: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“
– 2 Kor 5,20: „So sind wir nun Botschafter an Christi statt“
– Bezug auf Psalm 34 und Hesekiel 36 (innere Reinigung und äußere Umkehr)

Praktisches Vorgehen:
– Kontaktaufnahme zu Menschenrechtsorganisationen, die Zugang zu Inhaftierten ermöglichen
– Theologische Begleitung (z. B. durch Friedensbeauftragte der Landeskirche, EKD, ACK)
– Dokumentation der Gespräche
– Veranstaltung / Dialogformate in unserer Gemeinde zur Reflexion

Besonderer Fokus:
– Reflexiv-transformative Annäherung: Wir suchen nicht schnelle politische Lösungen, sondern geistliche Prozesse
– Kein parteiliches Urteil, sondern Raum für differenzierte Perspektiven
– Sensibler Umgang mit der Gastgeberrolle gegenüber der aktuellen ukrainischen Gemeinde

Mögliche Risiken:
– Politische Missdeutung als Parteinahme
– Spannungen mit der gastierenden Gemeinde
– Schwieriger Zugang zu Inhaftierten

Eigeninteresse / Motivation:
Als Mitglied dieser Gemeinde ist es mir ein tiefes Anliegen, dass wir unserer Verantwortung als Friedensgemeinschaft gerecht werden – nicht nur durch Gebet, sondern auch durch konkrete geistliche Zeichen in dunkler Zeit.

AWbB

Aus- Weiter- und berufliche Bildung

  • …ist die Plattform, auf der ich die Lebens-Werte -Entwürfe und -Wege entwickle und beschreite.
    AEVO-Prüfungspräsentation
  • …als partizipatives Aktionsforschungsprojekt gemäß P.A.R.ts-pro-toto
  • siehe auch zum SGE
  • es geht um lebenslanges Lernen,
  • insbesondere für das neue Präkariat.

Es geht um ein Angebot in der Konflikttransformation: evolvierendes Curriculum in Konflikttransformationbildungswissenschaftliches Curriculum

nicht zu vergessen: Qualifikation der Sozialassistenz sowie Neuer Lehrberuf Integrator_in

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Juni AfA

“Weil gestern abend bei der AfA Maurice Hoefgen (Referent der Bundestagsfraktion der Linken) Erwähnung fand… https://www.youtube.com/shorts/S474hgP75qQ(Friedenauer WhatsApp Gruppe)

Aber eigentlich ging’s ja um die Verwaltungsreform sowie den Sparhaushalt. Letztere Betitelung hat Lars Rauchfuss nicht gefallen, weil es ein Euphemismus sei. Es ginge offensichtlich nicht ums sparen sondern ums Streichen. Das könne man schön finden oder auch nicht. Ihm sei zuletzt daran gelegen, dass die PMA von 3 Milliarden vor Verabschiedung aufgelöst wird, so dass sich so Überraschungsstreichungen wie zuletzt in der Kulturförderung erlebt, nicht wiederholen.

So ganz ersichtlich war diese Forderung nicht. Ich mein, was da im letzten Haushalt abging ist doch eher ein Zeichen dafür, dass man sich nicht einigen konnte, bzw. dass man sich darauf geeinigt hatte, dass ohne Sondervermögen kein ordentlicher Haushalt aufzustellen oder zu führen sei. So möge es auch diesmal sein: Es werden die 100 Mrd aus dem Sondervermögen, die für die Kommunen vorgesehen sind, gebraucht, um die PMA im Doppelhaushalt 26/27 aufzulösen. Dann muss der Fokus sein, den Druck über den Städtetag und den Bundesrat zu organisieren, um das Realität werden zu lassen. Alles andere ist eitle Augenwischerei.

Ähnlich sieht’s bei der Verwaltungsreform aus: 4000 mühselig zusammengetragene Verwaltungsaufgaben werden wohl neuen Zuständigkeiten und senatlichen Fachaufsichten zugeordnet werden. Eine Verbesserung ist damit eher nicht zu erkennen. Statt dessen zeigen sich Verwaltungsmitarbeiter_innen, die das Chaos mitgetragen haben, uneinsichtig und verteidigen der Verwaltung ihre Unzulänglichkeiten:

“Es war sicher nicht alles korrekt, was er gemacht hat. Gerade bei der Vergabe der Aufträge. Aber ich selbst habe im Corona-Krisenstab der Senatsverwaltung gearbeitet und weiß, dass viele Dinge sicher nicht korrekt gelaufen sind. Aber ich weiß, dass es immer darum ging Menschenleben zu retten. Deshalb wäre jetzt das Zeitfenster aus Corona zu lernen und uns auf die nächste Pandemie vorzubereiten. Dazu wird nur niemand bereit sein, wenn es nur darum geht einen Schuldigen zu finden und Leute an den Pranger zu stellen. Wir sollten uns fragen, was uns wichtiger ist.” (ebda)

…Und weil letzte Woche die Gründungsversammlung des AK sozialer Klimaschutz war, der sich mit der kommunalen Verantwortung für den Klimaschutz stark machen will: Auch dort wird die Forderung nach Investitionsmitteln fahrlässig ausgeklammert. Dabei muss das die primäre Aufgabe der Kommunalpolitik sein: Die Verantwortung dafür, die nötigen Mittel einzuwerben und zum Nutzen der Menschen vor Ort zu verwenden. Entbürokratisierung, wie insbesondere für die europäischen Fonds gefordert, ist auch hier eher eine Nebelkerze und zeugt von einem Unverständnis der notwendigen Transformationen.

Anti-Thesenpapier kommunale Soziale Klimapolitik

 

 

 

Am Rande der Gründungsveranstaltung des

AK
Nachhaltigkeit

im Kreisbüro der
SPD Tempelhof-Schöneberg in der Crellestraße

an meinem Geburtstag

am Donnerstag, den 12.06.2025

um 19 Uhr,

lade ich ein zum

 

肉骨茶

(und ggfls. einer vegetarischen Variante)

…afterparty in der Bülowstrasse 54…

Der AK will gar nicht Nachhaltigkeit heissen, sondern Soziale Klimapolitik.

Die These ist Soziale Klimapolitik, die Anti-These Nachhaltikeit, die Synthese Nix (der Kleinste Gemeinsame Nenner).

Besser: Soziale Klimapolitik ist das Medium um zum Ziel der Nachhaltigkeit zu gelangen. Wir schaffen die Strukturen!

[15:54, 3.6.2025] Sabine Hübner: Lieber Michael, danke für das Angebot! Ich bringe das am WE in unsere Terminvorbereitung ein. Vegetarisch wäre aus meiner Sicht Voraussetzung😉. Ich habe keine Ahnung, wieviele Leute zum Gründungstreffen kommen. kommen, vermutlich nicht sehr viele😢. LG Sabine
[15:59, 3.6.2025] Michael Ickes: ich würde halt n paar Leute ziehen… vornehmlich von außerhalb der SPD, aber die kann ich draußen beschäftigen… ich weiss, das ganze Ding ist erstmal nicht sehr nachhaltigkeitsagendamäßig, aber kann schon so umgedeutet werden…
[18:20, 3.6.2025] Sabine Hübner: Geht es darum, den Terminkonflikt zwischen der Gründung des AK Sozialer Klimaschutz und Deinem Geburtstag zu lösen? Dem AK (wenn er zustande kommt) kannst Du Doch auch später anschließen. Falls Du im Vorstand mitarbeiten möchtest: Es ist nicht unüblich, Leute in Abwesenheit zu wählen. Oder wir schaffen mehr Positionen, als wir unmittelbar besetzen können und wählen bald nach. Kurzum: Die Mitarbeit im AK kannst Du verschieben, Deinen Geburtstag nicht.

[16:57, 9.6.2025] Michael Ickes: Liebe Sabine, habt Ihr schon ein Manifest, Programm oder so? Ich hab mir ein paar Gedanken gemacht und komme noch nicht so ganz klar mit einem “sozialen Klimaschutz” (auf kommunaler Ebene). Geht es um die (top-down) Umsetzung eines (existenten?) sozialdemokratischen Programms zum Klimaschutz, um das Hineinwirken in eine solche Programmatik (bottom-up) oder um einen “Grassroots-Aktivismus”?
[17:04, 9.6.2025] Sabine Hübner: Wir wollen sehr konkret für den Bezirk ein Programm entwickeln und dazu den Austausch mit den Mitgliedern suchen. Zielgruppen sind vulnerable Gruppen (Obdachlose, Ältere….), Unternehmen. Wir wollen ein Think Tank für Fraktion und Partei sein, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die nahende Berlin-Wahl.
Wir arbeiten mit im Forum auf Landesebene. Dazu ein Papier im Anhang. Es gibt gute Beispiele, an denen wir uns orientieren können, zB Xhain.

Soziale Klimapolitik soll die Antwort der Sozialdemokratie auf die Herausforderungen des Klimawandels sein.

Die Herausforderungen sind…

  • jene des Wandels
  • jene des Klimas
  • jene der Sozialdemokratie…

Klimapolitik ist eine Wortschöpfung, die anders als tradierte Politiken wie Wirtschaftspolitik oder Haushaltspolitik nicht auf das Attribut wirken kann, sondern auf die Art und Weise hinweist, mit der Politik betrieben wird, nämlich klima-sensitiv.

Dabei ist zu allererst festzuhalten, dass Politik wenig nachhaltig betrieben wird. Ansonsten gäbe es keinen Anlass nachzubessern.

Ich erinnere mich an das Grundsatzprogramm der SPD. Das heisst es „Nachhaltigkeit bedeutet: von der Zukunft her denken…” Das ist eine katastrophale Darstellung, wo Nachhaltigkeit ganz einfach die Gesamtheit der ökologischen, sozialen und ökonomische Aspekte des Gemeinwohl sind. Nicht von einem fiktiven oder konstruierten Punkt in der Zukunft muss gedacht werden, sondern unser aller Leben und Wirtschaften muss mit den systemischen Dynamiken synchronisiert werden.

Flucht in der Kommunalen Entwicklungszusammenarbeit

UN SDGs – M&E, 10.7.2

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bubbles

Er lebte in seiner eigenen Welt,

die der Mathematik,

sie bot ihm Schutz.

bubbles sind definiert durch das Integral über dem Integral über dem Integral dx dy dz = Volumen a.

das ergibt die Gleichung:  div(∇u / √(1 + |∇u|²)) = λ

oder ausgeschrieben: divergenz(Gradient (u) / √(1 + ∂u/∂x)² + (∂u/∂y)²)) = Lagrange-Multiplikator = konstante mittlere Krümmung

Google Pix test link

A Visitor at the Window

*A Visitor at the Window — On a Day of Remembrance*

This morning, a wasp flew in through my open window—bold, restless, and unmistakably on a mission. She moved with the puffed-up urgency of a creature intent on claiming space, probing corners and ledges as if auditioning each one for a nest.

Drawn by instinct or curiosity, she approached my candle—perhaps mistaking its warmth for something alive, something safe. But the heat caught her, and suddenly her search turned into panic. Wings thrashing, she scattered her fear across the windowpane in the form of frantic motion, chemical signals, or both.

I let her linger there for a moment—long enough to witness her confusion, her fight for orientation—before opening the window once again. In a flash, she darted out, seared and sobered, like something expelled from fire.

It felt fitting on this day—May 8th, a day of reflection, of commemoration. The anniversary of Germany’s liberation from National Socialism, a freedom won through unimaginable loss, through shared struggle. I celebrate today not only as a German, but with gratitude for the Soviet soldiers, who together with the Allies bore the unbearable and helped to break the machinery of terror. From that scorched earth, the unlikely but undeniable friendship between peoples grew—fragile, hard-won, and never to be taken for granted.

For a brief instant, the wasp and I shared a room—and perhaps a parable. Her mistaken rush into danger, her flight from heat, the moment of release—echoes of a larger story, one of aggression, fire, and ultimately, the hope of survival and transformation.

 

🕊️ *Why “Happy Good Friday” May Undermine Reconciliation: A German-Historical Perspective*

In many Protestant regions of Germany, *Good Friday is not a day of joy, but of grief, introspection, and public solemnity*. This is not merely liturgical—it’s deeply *historical* and tied to a long arc of *religious trauma and reconciliation*, especially in the wake of the *Thirty Years’ War (1618–1648)*.

⚔️ A Wound in Christian Europe

The Thirty Years’ War, rooted in religious conflict between *Catholics and Protestants*, devastated much of Central Europe and left deep scars in German religious culture. After the war, fragile reconciliation emerged—through legal agreements like the *Peace of Westphalia*—but *emotional and cultural healing remained elusive*.

In this context, *Good Friday became a litmus test of Protestant identity*: marked by silence, contemplation, and an abstention from pleasure or performance. It became a way of reclaiming spiritual seriousness against what many Protestants saw as *Catholic theatricality or triumphalism*—especially around Easter.

💣 Historical Provocation and the Secular Challenge

Over time, both *Catholic and secular forces* have, at moments, *provoked* this Protestant sensitivity:

– *Catholic counter-celebrations* or elaborate processions on or near Good Friday were at times perceived as deliberate provocations in mixed regions.
– *Secularization and Enlightenment thinkers* criticized the strictness of Protestant observance, branding it joyless or irrational.
– In modern times, the *“Tanzverbot” (dance ban)* on Good Friday—still law in parts of Germany—is frequently challenged by clubs, artists, and atheists staging parties or protests on this sacred day, further polarizing communities.

These tensions are not merely theological—they reflect *centuries of power struggles, wounded identity, and contested public space*.

🌍 “Happy Good Friday”? A Well-Intended Misstep

In this light, saying “Happy Good Friday” in a German context—especially among traditional Protestants—can feel like a *denial of grief* or *disrespect toward centuries of struggle and reconciliation*. It may unintentionally:

– Reopen historical sensitivities,
– Feel like a secular or triumphalist provocation,
– Undermine the reflective ethos that many regard as vital to peacebuilding—both spiritually and socially.

🧭 Towards Transformative Language

From a *conflict transformation* perspective, we are reminded that *rituals are emotionally loaded*, shaped by memory, and vulnerable to misunderstanding.

Rather than “Happy Good Friday”, more *empathic and inclusive language* could be:

– “Wishing you a meaningful Good Friday,”
– “Holding space for reflection with you today,”
– Or simply, “Peace to you on this solemn day.”

These acknowledge the *sacred weight of the day* without universalizing one emotional register—offering instead a shared space for difference, humility, and healing.