Der ursprüngliche Text für diesen Post hab ich in ein separates Text-Widget nebenstehend gepackt. Hier entwickele ich meine eigenen Gedanken zu einer sozialen Revolutionstheorie gemäß der emisch-systemische Prozesssteuerung bzw. P.A.R.ts-pro-toto. Als Platzhalter mögen die gesammelten Kommentare zu diesem Post dienen.
-
Schutzkonzept on naja: “ich beginne das Prinzip von Beauftragungen in der Kirche zu verstehen: Sie sind dazu da, um sicher zu stellen, dass…” Jan. 17, 09:20
-
Kommunale Verwaltung on tweet integratation: “…ist das Gegenteil von gestalterischen Zusammenarbeit. Sie ist patriarchisch, selbstgefällig, kleinbürgerlich…” Jan. 17, 07:29
-
Soziales Klima on Flucht in die kommunalen Entwicklungszusammenarbeit: “Eine Migrationpolitik misst sich an SDG10.7, insbesondere Migration in den (internationalen) Arbeitsmarkt. Humanitäre (auch klimabedingte) Migrationsbewegungen, individuell wie global, bleiben…” Jan. 16, 19:06
-
Vom Teufels- zum Engelskreis on prozyk: “Your point of view caught my eye and was very interesting. Thanks.” Jan. 16, 13:10
-
Arbeit und Vermögen on Fluch der einen Welt: “Arbeit ist privat, Vermögen öffentlich. Privatinitiativen mobilisieren materielle und immaterielle Kapazitäten, um das Gemeinwohl zu stärken.” Jan. 16, 10:59
von AnarchistischerSpinner@news.piratenpartei.deHallo Leute
Die klassische linke Theorie, egal ob nun Marxistisch oder Anarchistisch geht ja davon aus das die soziale Revolution von der Arbeiterklasse, dem Proletariat ausgehen wird.
Nur wenn wir uns das mal ansehen, so ist das Proletariat doch zu jeden Zugeständnissen bereit um die eigenen Arbeitsplätze (oder besser gesagt Einkommensplätze) zu erhalten. Die Gewerkschaften gehen jeden Deal ein um den Abbau von Arbeitsplätzen zu verhindern, die Arbeiter fressen jeden Kompromiss da sie Angst vor Veränderung und Arbeitslosigkeit haben. Unter diesen Umständen ist es doch illusorisch zu glauben das von dieser Gruppe sowas wie eine Soziale Revolution ausgehen könnte.
Derweil jedoch ist das Kapital sehr erfolgreich darin menschliche Arbeitskraft durch Technik und Maschinen zu ersetzen um seinen Profit zu steigern. dadurch entsteht technisch bedingte Massenarbeitslosigkeit. Eine neue soziale Klasse entsteht, die Klasse des von der Arbeit befreiten jedoch weiterhin unterdrückten Prekariats. Im Gegensatz zum Proletariat hat das Prekariat nichts zu verlieren, ist also bereit den Aufstand zu wagen.
Eigendlich alle Sozialen Aufstände in den letzten 20 Jahren in Europa sind vom Prekariat ausgegangen, nicht vom Proletariat. Man denke da nur mal an die Aufstände in den französischen Banlieus, die Riots in England, die Jugendunruhen im von Massenarbeitslosigkeit geprägten Griechenland sowie Krawalle in Spanien, Mailand usw. Da waren weder das Proletariat noch die Organisationen des Proletariats (Parteien, Gewerkschaften usw) daran beteiligt.
Bemerkenswert ist auch das diese Ausbrüche der Wut und Empörung scheinbar ohne jede Politische Theorie im Hintergrund stattgefunden haben. Ein versagen der radikalen Linken das Prekariat nicht in die Revolutionsideen einzu beziehen. Vor allem da das Prekariat über ein viel höheres Revolutionspotential zu verfügen schein als das ängstliche, am status quo festhaltende Proletariat.
Statt die klassische Forderung nach Sozialismus, Kollektivierung, Vollbeschäftigung und Friede Freude Eierkuchen ala 19 jahrhundert sollte man da einen neuen Ansatz wagen.
Die Forderung nach einem revolutionären bedingungslosen Grundeinkommen und Abschaffung der Pflicht zur Lohnarbeit. Denn mit der jahrzente alten Leier von Arbeit, Mindestlohn und Vollbeschäftigung erreicht keine Linke Partei mehr das Prekariat, schon allein weil dieses den Glauben an solcherlei Versprechen längst aufgegeben hat. Aber die Forderung nach einem BGE und würdigem Leben auch ohne Arbeit könnte sich in Zeiten zunehmender technisch bedingter Prekarisierung durchaus zu einem neuen revolutionären Hebel gegen die Interessen das Kapitals entwickeln. Da der techinsche Fortschritt immer weiter geht und Arbeit weg rationalisiert ist zu erwarten das das Prekariat von einer kleinen Randständigen Klasse in Zukunft zu einem immer mächtigeren Akteur heranwachsen wird.
Linke, Anarchistische Aktivisten sollten deshalb die Zielgruppe wechseln, statt das Proletariat zu erreichen voll auf die Klasse der Zukunft setzen, das Prekariat. Denn diese klasse hat im Gegensatz zum Proletariat nicht zu verlieren, jedoch die Welt zu gewinnen wenn sie sich die Freiheit von repressivem kapitalistisch, bürgerlichem Sozialstaat und Arbeitszwang erkämpft.
Was meint ihr ?
--
Berlin mailing list
Berlin@lists.piratenpartei.de
https://service.piratenpartei.de/listinfo/berlin