Das Horrorhaus besetzt

Presse-Mitteilung
zur Freigabe am Mittwoch, 22.02.2017 12:00
Das Horrorhaus besetzt!
„Leerstand in Zeiten des Wohnungsmangels ist unerträglich,“ meint Michael Ickes, der am Mittwoch morgen das Schöneberger „Horrorhaus“[1] für besetzt erklärt hat.

Das Haus war 2015 in die Schlagzeilen geraten, weil der Vermieter die Wohnungen mit bis zu 200 südost-europäischen Wanderarbeiter überbelegte und wertvollen Wohnraum zerstören ließ. Etwa 200 Altmieter überstanden diesen brutalen Entmietungsversuch. Nach wie vor werden sie jedoch mit Baugerüst, Mängelbeseitigungsverschleppung und willkürlichen Betriebskostenabrechnungen drangsaliert.

Und mindestens 30 Wohnungen bleiben ihrem Nutzen entzogen. Das ist in Zeiten des Wohnungsmangels ein unerträglicher Zustand! Offensichtlich spekuliert die Eigentümerin weiter darauf, ihre Luxus-Sanierungs- und Umwandlungspläne trotz Erhaltungsverordnung durchsetzen zu können. Die Kommunalpolitik und das Bezirksamt ergeben sich den Spekulanten willfährig; Plänen der Anwohnerschaft, hier mit dem bezirklichen Vorkaufsrecht eine genossenschaftliche Wohn- und Ausbildungsstätte zu etablieren, verschließt sich das Bezirksamt und schiebt zugesagte Mieterversammlungen auf die lange Bank.

Die Besetzer rufen auf:
* an Beschäftigungs- und Wohnungssuchende die Besetzung mitzutragen und sich den Wohnraum wieder herzustellen;
* an Stiftungen und Philanthropen, dieses Projekt materiell zu unterstützen;
* an Bildungsträger, sich an dem Projekt zu beteiligen, hier eine zweckmäßige Wohn- und duale Ausbildungsstätte für internationale Restauratoren einzurichten.

[1] http://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/das-horrorhaus-von-berlin-monstroese-zustaende-in-der-grunewaldstrasse-87-eine-spurensuche/11945880.html

 

Bezugsgruppendelegiertenversammlung
ehemaliger Farben-Braune, Grunewaldstrasse 87, Schöneberg
Mittwoch, 22.02.2017 10Uhr

Leerstand besetzten – Selbstverwaltung organisieren

das Comite Executif Provisoire des hobos glocales übernimmt die provisiorische Verwaltung der G87.

Eine Gemeinschaft, die die Utopie eint, dass Wohnraum nicht auf dem vom neoliberalen Kapitalismus geprägten Markt verhandelbar ist. Eine Gesellschaft, die das Individuum befähigt, zu ihren vollen Potentialen diese Utopie zu verfolgen und zu verteidigen.

4 thoughts on “Das Horrorhaus besetzt

  1. Anders als in der BZ dargestellt, hat das BA nicht zu wenig, sondern zu viel geboten (vgl. Quartiersrat auf Change.org). Wenn der Verkehrswert also bis in die nächste Verhandlungsrunde runter gerechnet wird, und das Land sein Angebot unter 25% weniger als das Höchsgebots korregiert ist diese Hürde genommen.

    Dann werden die Anwohner zeigen müssen, wie sie sich vorstellen, die Gebäude besser (und Kostengünstiger) zu betreiben. Dann auch der Quartiersrat irrt: So hat der Käufer sehr wohl einen Geflüchtetenverein als Alternative zum Harmonie e.V. vorgestellt, der durch Geflüchtetenunterbringung das Geld hereinspielen sollte. So sind die Bewohner bzw. der Harmonie e.V. hier gefragt, eine kostengünstigere Variante vorzustellen.

  2. Maxime – ist doch ganz offensichtlich: Es ist nicht nach [youtube…] am ehesten noch #Anspruch, sondern das “[höhere] Ziel” (Kommentar [Link]) des durchaus auch jeweiligen individuellen Handelns und Tuns.

    Mir war das früher auch nicht so eindringlich. Nicht einmal an der Universität. Genausowenig wie ich seinerzeit Komplexte Analyse nicht verstand, obwohl ich mich auch mit Mathematik intensive beschäftigte. Ist es, dass YouTube und das Internet die besseren Lehrmeister sind? – Eher eine kognitive Evolution, wie sie jeder Mensch einer Gemeinschaft repräsentativ für die Menschheitsgeschichte immer wieder neu durchlebt.

    Warum ist das so schwer zu verstehen?

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